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St. Jakobus, Trier-Biewer

Biewer: Orgelprospekt

Die Sebald-Orgel von 1954 in ihrer ursprünglichen Form (bis 2005)

Die Orgel der in den Jahren 1911 bis 1913 nach Plänen des Trierer Architekten Peter Marx erbauten kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Trier-Biewer ist die erste Orgel in diesem Gotteshaus. Sie wurde im Jahr 1954 von der Trierer Orgelbaufirma Sebald erbaut. Die ursprüngliche Disposition setzte sich aus folgenden Registern zusammen:

I. Manual C–g3

1. Principal 8’
2. Gedackt 8’
3. Zartflöte 8’
4. Spitzflöte 4’
5. Octave 2’
6. Mixtur 2–4fach
7. Fagott 8’

II. Manual C–g3

8. Rohrgedackt 8’
9. Salicional 8’
10. Principal 4’
11. Nachthorn 2’
12. Gemsquinte 1 1/3’
13. Terzzymbel 3fach

Pedal C–f1

14. Subbaß 16’
15. Octavbaß 8’
16. Gedacktbaß 8’
17. Choralbaß 4’
18. Pedalflöte 4’
19. Rohrflöte 2’
20. Stille Posaune 16’

Normalkoppeln, Subkoppel II–I, 1 Freie Kombination, Registercrescendo (Tritt),  Kegelladen, elektropneumatische Traktur.

St. Jakobus Trier-Biewer

Pfarrkirche St. Jakobus in Trier-Biewer

Eine Kapelle bestand in Biewer mindestens seit dem 11. Jahrhundert. Sie war immer Filialkirche, zuletzt von 1803 bis 1941 von Pfalzel. Zuletzt bestand die Kapelle aus einem romanischen Turm und einem wohl nachgotischen Langhaus von 1664.

Ende des 19. Jahrhunderts jedoch war die Kapelle zu klein geworden für die wachsende Bevölkerung. Daher wurde 1885 ein Kirchbauverein gegründet. Der Trierer Architekt Peter Marx (s. St. Martin in Trier) wurde mit den Planungen für einen Neubau beauftragt. Marx entwarf einen im Duktus neuromanischen Längsbau mit seitlich gestelltem Turm. Das Innere wirkt aufgrund der gewählten Bauformen aber eher klassizistisch. Es besteht aus einem breiten, tonnengewölbten Mittelschiff und zwei schmalen Seitenschiffen, im Westen schließt sich ein halbrund geschlossener Chorraum an. Der erste Spatenstich erfolgte im August 1910, die Grundsteinlegung am 30. April 1911 und die Einsegnung am 21. Juli 1912. 1930 wurde Biewer in die Stadt Trier eingemeindet, 1932 eine Kapellengemeinde gegründet, die 1941 zur selbständigen Pfarrei erhoben wurde. Die Konsekration der Kirche erfolgte erst am 25. Juli 1962. Die letzte Innenrenovierung, der auch die heutige Farbgebung zu verdanken ist, fand 1977 statt.

Das Geläut von St. Jakobus besteht aus drei Gußstahlglocken des Bochumer Vereins, die zusammen mit den Glocken für Pfalzel im Jahre 1924 gegossen wurden. Es sind die beiden einzigen Gußstahlgeläute in Trier! Das stattliche Geläut ist auf die Schlagtöne des‘, f‘ und as‘ gestimmt, erklingen also als Des-Dur-Akkord. Während das ursprüngliche Geläut mit zwei kleineren Glocken in der achteckigen oberen Glockenstube seinen Platz fand, sind die drei Stahlglocken wegen ihrer viel größeren Ausmaße auf drei Stockwerke verteilt. Die größte Glocke hängt im 3. Geschoß mit nur einer Schallöffnung nach Ost, die mittlere Glocke darüber im unteren achteckigen Geschoß mit vier kleinen Öffnungen und die kleinste im oberen achteckigen Geschoß mit insgesamt acht Schallöffnungen. Infolge dieser ungünstigen Hängung kann das Geläut nur von der Straße als Ganzes gehört werden.

Sebastian Schritt

Biewer: Spieltisch

2005: Umbau durch die Orgelbaufirma Thomas Gaida

Im Jahr 2005 wurde die Orgel durch die saarländische Orgelbaufirma Thomas Gaida (Wemmetsweiler) renoviert und erweitert. Seitdem besitzt sie folgende Disposition:

I. Manual C–g3

1. Principal 8’
2. Gedackt 8’
3. Zartflöte 8’
4. Oktave 4’
5. Quinte 2 2/3’ (Transm. aus II. Man.)
6. Oktave 2’
7. Mixtur 2–4 fach (2 2/3’)
8. Fagott 8’
Manualkoppel II–I
Subkoppel II–I

II. Manual C–g3

9. Rohrgedackt 8’
10. Salicional 8’
11. Spitzflöte 4’
12. Nasat 2 2/3’
13. Nachthorn 2’
14. Terz 1 3/5’
15. Quintlein 1 1/3’ (Extension Nasat 2 2/3’)
16. Cymbel 3 fach (1’)

Auxiliar I C–g3 , ohne eigene Klaviatur, spielbar auf I. und auf II.

17. Vox coelestis 8’
18. Vox coelestis 4’ (Extension Vox coelestis 8’)
Superkoppel I
Subkoppel I
Pedalkoppel I

Auxiliar II C–g3 , ohne eigene Klaviatur, spielbar auf I. und auf II.

17. Vox coelestis 8’
18. Vox coelestis 4’ (Extension Vox coelestis 8’)
Superkoppel II
Subkoppel II
Pedalkoppel II

Pedalwerk C–f1

19. Subbaß 16’
20. Octavbaß 8’
21. Gedacktbaß 8’ (Extension Subbaß 16’)
23. Choralbaß 4’
24. Pedalflöte 4’ (Extension Subbaß 16’)
25. Rohrflöte 2’ (Extension Subbaß 16’)
26. Stille Posaune 16’
Pedalkoppel I
Pedalkoppel II

Normalkoppeln, Subkoppel II–I, 1 Freie Kombination, Registercrescendo (Tritt), Druckknöpfe für: Handreg. an, Fr. Komb. an, Ausl., Tutti, Cresc. ab, Zungen ab [Einzelabsteller], Pianopedal an. Kegelladen, elektropneumatische Traktur, Cymbalum nixum torquendum 72fach (eine Art Cymbelstern). 

Biewer: Spieltisch im Detail