St. Matthias

Der Bering von St. Matthias liegt im Süden der Stadt Trier. Mittelpunkt der Anlage ist die Basilika. Ihr sind im Laufe der Geschichte vier verschiedene Funktionen zugewachsen: Sie ist Grabkirche der Gründerbischöfe der Trierer Diözese, Mönchskirche einer Benediktinerabtei, Wallfahrtskirche des Apostels Matthias und Pfarrkiche.

Grabkirche

St. Eucharius – St. Matthias hat seinen Ursprung in einem Friedhofs- und Gräberheiligtum, das sich Ende des 3. Jahrhunderts auf dem Gräberfeld südlich der antiken Stadt entwickelte. Die wichtigsten Zeugnisse dafür sind die Gräber der Bischöfe Eucharius und Valerius in der Krypta der Kirche und die sog. „Albana-Gruft“ unter der St. Quirinuskapelle auf dem heutigen Friedhof mit ihrem eindrucksvollen Relief-Sarkophag.

Mönchskirche

Die Geschichte einer Gemeinschaft von Klerikern oder Mönchen an dieser Stätte reicht bis ins 5 Jahrhundert zurück. Als benediktinische Abtei besteht sie seit 978. Im Jahre 1802 wurde sie von der Französischen Regierung aufgelöst („säkularisiert“), doch 1922 von Benediktinermönchen erneut besiedelt. Nördlich der Kirche erstrecken sich die Konventsgebäude, deren Hauptteile (Kreuzgang, Dormitorium u.a.) aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Wallfahrtskirche

Ein weiteres Moment in der Geschichte des Ortes bringt die besondere Verehrung des Apostels Matthias. Nach der Tradition sind seine Reliquien ein Vermächtnis der Kaiserin Helena (ca. 255 - 330), der Mutter Kaiser Konstantins des Großen. Bei Abbrucharbeiten an der Kirche wurden sie 1127 entdeckt, und es begann eine große Verehrung, die bis heute lebendig ist. 

Pfarrkirche

Als das Kloster 1802 aufgelöst wurde, erklärte man die Kirche zur Pfarrkirche. So entging sie dem Schicksal, als Steinbruch für Baumaterial genutzt zu werden. 

Sehenswürdigkeiten
Die Fassade der Basilika mit ihrem romanischen Kern, den barocken Portalbauten und der klassizistischen Turmbekrönung ist das markante Wahrzeichen des Ortes. Der Innenraum wird geprägt durch die wuchtigen romanischen Pfeiler und die spätgotischen Einbauten der großen Chorfenster und des reich verzierten Gewölbes. Das geschichtlich Gewachsene mit heutigem gottesdienstlichem Leben zu erfüllen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren sind bestimmende Elemente der Raumgestaltung. Mittelpunkt der Kirche ist die Vierung. Hier haben Altar und Ambo ihren Ort. Um sie versammeln sich Mönche, Mitglieder der Pfarrei, Pilger und Gäste zur Feier der Eucharistie und des Stundengebetes.
Besondere Aufmerksamkeit gilt weiterhin den Gräbern der Bischöfe in der Krypta, der Grablege des Apostels im Hauptschiff der Kirche und dem „Mattheiser Gnadenbild“, einem Marienbild in der nördlichen Seitenchorkapelle. 
Sehenswert sind die Rekonstruktion der spätantiken Schrankenanlage in der Krypta, die romanischen Chorschranken im Hochchor, die darüberliegenden Chorfenster mit der spätgotischen Kreuzigungsszene und der rahmenden Erweiterung (1994/95), die Empore und ein barockes Altarretabel mit Szenen aus der Eucharius-Legende. 

Liturgie

Viermal täglich versammelt sich die Mönchsgemeinschaft zum Stundengebet in der Kirche. Sowohl die Tradition des lateinischen Chorals als auch deutsche Gesänge werden dafür genutzt. In der sonntäglichen Eucharistiefeier um 10.00 h wird die Tradition der gregorianischen Einzugs- und Kommuniongesänge (Introitus und Communio) gepflegt. An den Hochfesten und an jedem zweiten Sonntag im Monat werden lateinische Ordinarien gesungen. Aus dem Angebot der Pfarrgottesdienste ist besonders auf den sonntäglichen Familiengottesdienst hinzuweisen: Außerhalb der Schulferien wird für die Kinder parallel zum Wortgottesdienst eine Katechese in der Krypta gestaltet. Zu allen Gottesdiensten sind Gäste herzlich willkommen.

Glocken

Seit 1965 besitzt St. Matthias ein fünfstimmiges Geläut mit den Schlagtönen c'-d'-e'-g'-a', das von Mabilon in Saarburg gegossen wurde. Der Guss der ursprünglich geplanten großen Glocke in a° unterblieb leider bis heute.

 

Auskünfte und Informationen zu Führungen erteilt die Abtei St. Matthias
Tel.: 0651 / 31079 oder www.abteistmatthias.de

Bruder Jakobus Wilhelm OSB

 

Die Orgel steht im südlichen Querhausarm. Sie ist ein Werk der Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH aus dem Jahr 1977. Es handelt sich um eine Schleifladenorgel mit einer mechanischen Spiel- und einer elektrischen Register-Traktur. 39 klingende Register verteilen sich auf drei Manuale und ein Pedal. Zwei Werke sind mit Schwellern ausgestattet. Die Orgel verfügt über mechanische und elektrische Koppeln, Zungen-Absteller, sowie über 3 feste Kombinationen und 6 Setzer-Kombinationen.

Jede Woche erklingen in der Regel am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag ab ca. 18:00 Uhr verschiedene Orgelwerke vor/nach Vesper und Konventamt in der Basilika St. Matthias in Trier. Nähere Informationen dazu finden Sie auf dem musikalischen Wochenplan, der in der Basilika ausliegt und aushängt oder auf der homepage des Organisten von St. Matthias: www.gabrielmoll.de

Disposition der Orgel von Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt (1977)

I. Brustwerk (Türschweller)
C - c4

Holzgedackt 8'
Holzprincipal 4'
Principal 2'
Quinte 1 1/3' 
Oberton 3-fach  1 3/5', 1 1/7', 8/9'
Scharff 4-fach  2/3'
Vox humana 8'
Tremulant

 

Pedalwerk
C - f1

Untersatz 32'
Principal 16'
Subbaß 16'
Octavbaß 8'
Gedacktbaß 8'
Hohlflöte 4'
Rauschpfeife 4-f. 4'
Posaune 16'
Trompete 8'
 

Mechanische Koppeln: I-II, I-P, II-P
Elektrische Koppeln III-I, III-II, III-P, III /4'-P

3 feste Kombinationen 
4 Setzer-Kombinationen 
2 Setzer-Kombinationen Pedal
Zungengeneralabstelller

8 Zungen-Einzelabsteller

 

II. Hauptwerk
C - c4

Pommer 16'
Principal 8'
Spielflöte 8'
Octave 4'
Blockflöte 4'
Octave 2'
Cornett 3-5-fach ab C  2 2/3', ab c° 4', ab c1 8'
Mixtur 6-fach 2'
Fagott 16'
Feldtrompete 8'

 

III. Schwellwerk (Jalousienschweller)
C - c4

Rohrflöte 8'
Gemshorn 8'
Gemshorn-
schwebung ab c° 8'
Principal 4'
Coppelflöte 4'
Nasat  2 2/3'
Feldpfeife 2'
Terz 1 3/5'
Octave 1'
Mixtur 4-5fach  1 1/3'
Dulcian 16'
Hautbois 8'
Clairon 4'
Tremulant