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Die drei Generationen Nollet


Jean Nollet (1681–1735) in Luxemburg tätiger französischer Orgelbauer

Roman Benedikt Nollet, Sohn von Jean Nollet, geboren 1710 in Luxemburg und gestorben 1779 in Trier. Werkstatt in Trier.

Johann Bernhard Nollet, der Sohn des Roman Benedikt, übernahm 1777 den Trierer Betrieb von seinem Vater.

Die drei Nollets  bauten eine Reihe prächtiger Orgeln in Trier und Umgebung. Einige der schönen Barockprospekte sind erhalten; auffallend ist, dass Trakturen und Windladen von Nollet-Orgeln offenbar in späterer Zeit neu gebaut wurden. Das legt den Verdacht nahe, dass die Instrumente in technischer Hinsicht nicht zuverlässig waren, im Gegensatz etwa zu den Werken der Orgelbauer Stumm. Bei vielen Orgeln sind Teile des Pfeifenwerks erhalten, etwa in Metz, St. Martin, wo noch die geritzten Pfeifensignaturen „Clausen“ zu finden sind. Ein besonderes Kennzeichen von Nollet waren die drei Engelsköpfe an den Konsolen der Prospekt-Rundtürme.

Johann Bernhard Nollet erlernte das Handwerk des Orgelbauers bei seinem Vater Roman Benedikt (1710 – 1779), den Pastor Peter Carové aus Bernkastel als ein „Mann auffallend durch künstlerische Fähigkeiten und miserable Sitten” charakterisierte. Erhalten sind von ihm in Trier noch das prächtige Orgelgehäuse von St. Paulin, dessen Entwurf auf Balthasar Neumann selbst oder dessen Mitarbeiter in Trier, Johann Seitz, zurückgeht, sowie die für die Pfarrkirche St. Antonius erbaute Orgel, die heute in der Pfarrkirche St. Georg in Trier-Irsch steht.

Johann Bernhard arbeitete zunächst gemeinsam mit seinem Vater, so 1772/73 die Orgel in Klausen (seit 1804 in der Metzer Kirche St. Martin) und jene in der Zisterzienserabtei Orval. Pierre-Alexandre Merjai, eine Freund des Abtes von Orval, besichtigte die Orgel während eines Besuches 1786. Seinen Aufzeichnungen nach besaß dieses auf einem 32-Fuß basierende Werk mehr als 80 Registerzüge und erzeugte „im vollkommenen Akkord eine Musik, die dazu angetan ist, den Herrn mit Hymnen zu preisen.” Mehr zu Nollet in: Rainer Budzinski: Die drei Trierer Orgelbauer-Generationen Nollet: https://mugemir.de/wp-content/uploads/2019/04/Heft-70-1999.pdf Seiten 511 bis 548

Hier einige Orgeln im Trierer Raum:

Trier, Kloster St. Afra (Liebfrauenstraße, heute Geschäft „Rappelkiste“), Gehäuse erhalten in Weidingen, um 1724, Jean Nollet

Trier, Benediktinerabtei St. Martin, vor 1724. Jean Nollet beruft sich 1724 auf sie, als er sich um den Orgelbau im Dom bewirbt.

Mettlach, Abtei, vor 1724. Jean Nollet beruft sich 1724 auf sie, als er sich um den Orgelbau im Dom bewirbt.

Trierer Dom, Schwalbennestorgel, nicht erhalten, 1727, Jean Nollet

Trier, St. Simeon (Porta Nigra), Gehäuse erhalten in Metz, Notre-Dame, 1730, Jean Nollet

Tholey, Gehäuse erhalten, 1736, Roman Benedikt Nollet

Bernkastel, St. Michael, Prospekt verändert erhalten, 1745, Roman Benedikt Nollet                            

Himmerod, nicht erhalten. Die Orgel kam im Zuge der Säkularisation in den Trierer Dom. 1752, Roman Benedikt Nollet 

Kirchberg (Hunsrück), 1754, Roman Benedikt Nollet 

Trier, St. Paulin, Gehäuse erhalten, 1756, Roman Benedikt Nollet

Wadgassen, Praemonstratenserabtei, um 1760, Roman Benedikt Nollet

Trier, St. Antonius, heute in Irsch bei Trier, 1765, Roman Benedikt Nollet

Klausen, Gehäuse und Pfeifen erhalten in Metz, St. Martin, 1773, Roman Benedikt Nollet und Sohn Johann Bernhard Nollet. Die Orgel ist seit 1804 in Metz.

Prüm, Gehäuse erhalten, 1783-86, Johann Bernhard Nollet