Eduard Sebald

Geboren 12.10.1905 in Plattling (Bayern), gestorben 20.1.1952 in Trier. 

Sebald entstammte einer niederbayerischen Eisenbahnerfamilie und hatte noch drei Geschwister. 1931 heiratete er in Plattling Maria Hütter aus Mühldorf (1908-1992). Aus einer früheren Verbindung mit Elisabeth Müller (Schwelm) stammte sein Sohn Rolf (Orgelbauer; 1927-1986). 

Seine Ausbildung, die er 1936 mit der Meisterprüfung abschloss, erhielt er bei den Orgelbaufirmen Weise in Plattling  und Faust in Schwelm. 

Bei einer Orgelmontage für die Fa. Weise im Trierer Raum beschloss er, sich in Trier selbständig zu machen. Zusammen mit dem Klavierbauer Max Brandt gründete er am 1.10.1936 die Firma "Brandt-Sebald Klavier- und Orgeltechnik". 1947 trennten sich die Inhaber voneinander und Sebald führte den Betrieb allein unter "Eduard Sebald Trier, Orgelbau-Anstalt" weiter. 

Die Firma in der Saarbrücker Str. 14 (Name bis 1969: Kapellenstraße) lieferte Orgeln vorwiegend in die Trierer Gegend, die Eifel, den Hunsrück sowie in das Saarland und nach Luxemburg. Drei Sebald-Orgeln wurden sogar in Argentinien aufgestellt.

Rudolf Oehms

Nach dem Tod Eduard Sebalds leiteten seine Witwe und sein Sohn Rolf die Firma zusammen mit Orgelbaumeister Rudolf Oehms (1931-1992; Ausbildung bei Sebald; Meisterprüfung 1956). Am 4.10.1972 übernahm Oehms die Firma und gab ihr 1982 den neuen Namen "Orgelbau Trier, Rudolf Oehms". 

Sie erlosch nach dem Tod von Oehms im Jahr 1992. Insgesamt bauten Sebald und Oehms 231 neue Orgeln, davon 172 bis zum Wechsel des Inhabers 1972. Eine große Sebald-Orgel mit 34 Registern (1957) ist in der Trierer Pfarrkirche Herz Jesu erhalten.

Quellen: 
Fischer, Hermann: 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister, Lauffen 1991. 
Pape, Uwe: Orgelbauwerkstätten und Orgelbauer in Deutschland von 1945 bis 1995, Berlin 1995. 
Archivalien der Handwerkskammer Trier.

Josef Still