Sankt
Peter und Paul, Wiltz (Luxembourg)
Das heutige Aussehen der
Wiltzer Dekanatskirche, die den Heiligen Petrus und Paulus geweiht ist,
verrät eine bewegte und abwechslungsreiche Vergangenheit, die sich
über mehrere Jahrhunderte erstreckt und bis in die hochmittelalterliche
Turmarchitektur zurückreicht.
Im Verlauf der letzten 150
Jahre wurden verschiedene eingreifende Umgestaltungen vorgenommen. So wurde
1937 ein neuer Abschnitt errichtet, der bis heute bereits drei Umgestaltungen
unterworfen wurde.
Der Raum wird belebt durch
die farbig gefassten Seitenaltäre aus den Jahren 1720 und 1772, die
von den Handwerkerzünften der Stadt Wiltz in Auftrag gegeben wurden.
Bei der letzen Umgestaltung
wurde neben dem Chorbereich auch die Eingangszone umgeändert. Auslöser
dieser im Jahr 1996 erledigten Arbeiten, war der Bau einer neuen Orgel
welche hinter dem Altar ihre Stellung fand. Seit Advent 2000 gibt es im
Chorraum ein vielbeachtetes, wertvolles Kruzifix.
Die Begründung der Aufstellung
als monumentales Raumbild liegt sowohl in liturgischen Überlegungen
als auch in der berechtigten Erwägung, im Rahmen der alljährlichen
Wiltzer Musikfestspiele einen musikalisch und architektonisch geeigneten
Rahmen für das Aufführen von Orgelwerken und religiös inspirierten
Kompositionen zur Verfügung zu haben.
Die Kirche stellt heute eine
gelungene Symbiose zwischen dem mittelalterlichen frühgotischen Teil
mit seinem typischen Gewölbe und dem modernen Kirchenteil, welcher
die neue Orgel beinhaltet, dar.
In der Dekanatskirche St.Peter
und Paul in Niederwiltz / Luxembourg spielten vor der heutigen Eisenbarth-Orgel
mindestens drei weitere Orgeln.
Eine erste Orgel wurde von
der bekannten Firma Müller aus Reifferscheid im Jahre 1869 erbaut.
Diese Orgel wurde in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch
die Firma Stahlhut-Haupt vergrößert.
Eine
weitere Orgel mit zwei Spieltischen wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg
von der Orgelbaufirma Pels aus den Niederlanden errichtet. Die Vorgängerorgel
des heutigen Instrumentes wurde 1969 auf der nunmehr wieder zugebauten
Empore, linksseitig vom Altar, von Herbert Schmidt erbaut und von Georg
Westenfelder intoniert. Die zweimanualige Orgel bestand aus zwei getrennten
Teilen, welche symetrisch aufgestellt waren. Die Manualwerke hinter dem
Spieltisch besaßen eine mechanische Traktur, das Pedalwerk jedoch
eine elektrische Traktur.
Da die Orgel vor allem das
Hauptschiff des Kirchenraumes akustisch sehr schlecht auffüllte und
das Instrument klanglich nicht interessant war und den Wünschen der
Organisten kaum Befriedigung schenkte, plante man Anfang der neunziger
Jahre, eine neue Orgel zu bauen.
1993 wurde der entsprechende
Orgelbauverein „Nei Uergel Dekanatskiirch Woltz“ gegründet. Der dynamische
Verein konnte bald erste finanzielle Unterstützungen empfangen und
erstellte ein Lastenheft mit den Vorstellungen der neuen Orgel. Etwa sechs
verschiedene Orgelbauer kamen sich den Kirchenraum mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und akustischen Besonderheiten anschauen, bevor sie ihren
Kostenvoranschlag erarbeiteten.
Mehrere Kostenvoranschläge,
hauptsächlich aus dem deutschsprachigem Raum, wurden vorerst
zurückbehalten. Zahlreiche Orgelbesuche in Mittel- und Süddeutschland
sowie Besuche in Orgelwerkstätten bildeten den weiteren Arbeitsprozess
des Vorstandes und der Organisten. Besonders die Besuche der Eisenbarth-Orgeln
in Bamberg, Schlüsselfeld, Simbach, Ebrach, Bocholt, Weiden, Fürth,
Zwiesel und Passau waren von entscheidender Wichtigkeit, da sich nach und
nach herausstellte, dass diese Orgeln den klanglichen und technischen Vorstellungen
der Organisten sehr gut entsprachen.
Von den gewünschten
technischen Vorrichtungen sei hervorgehoben, dass eine hängende Traktur
zu anfällig für witterungsbedingte Schwierigkeiten gewesen wäre.
Eine ausgedehnte Setzeranlage mit 256 Positionen, davon 128 unter Schlüssel
war von Anfang an eingeplant. Die beiden Sequenzschalter wurden sehr bedienungsfreundlich
als Fußpistons sowie gleich dreimal per Handschalter eingebaut. Eine
weitere Besonderheit ist die Manualkoppel III/I in elektrischer und mechanischer
Ausführung, so dass der Organist sich für eine der beiden Möglichkeiten
entscheiden kann. Ebenfalls wurden die Manuale bis zum „c4“ ausgebaut damit
keine Einschränkungen bei der Aufführung neuerer Orgelmusik entstehen.
Für die Einweihung
der neuen Eisenbarth-Orgel am 26.Januar 1997 wurde der Passauer Domorganist
Hans Leitner verpflichtet. Vor vollbesetzter Kirche spielte er Werke von
J.S.Bach, J.F.Dandrieu, Ch.-M.Widor, F.Schmidt sowie eine vielbeachtete
Improvisation.
| Grand-Orgue
I |
|
|
Positif II |
|
| Bordun |
16 |
|
Rohrgedackt |
8 |
| Principal |
8 |
|
Salicional |
8 |
| Jubalflöte |
8 |
|
Flauto |
4 |
| Rohrflöte |
8 |
|
Nazard |
2
2/3 |
| Praestant |
4 |
|
Doublette |
2 |
| Louheckeflütt |
4 |
|
Tierce |
1
3/5 |
| Quinte |
2
2/3 |
|
Larigot |
1
1/3 |
| Octave |
2 |
|
Zimbel |
1 |
| Terz |
1
3/5 |
|
Cromorne |
8 |
| Mixtur |
1
1/3 |
|
|
|
| Trompette |
8 |
|
Koppel |
III/II |
| Trompeta real |
8 |
|
|
|
| |
|
|
Tremulant |
|
| |
|
|
|
|
| Récit
III |
|
|
Pédale
P |
|
| |
|
|
|
|
| Diapason |
8 |
|
Offenflöte |
16 |
| Flûte harm. |
8 |
|
Subbass |
16 |
| Gambe |
8 |
|
Octavbass |
8 |
| Vox coel. |
8 |
|
Gemshorn |
8 |
| Flûte octav. |
4 |
|
Choralflöte |
4 |
| Octavin |
2 |
|
Trompette |
8 |
| Plein-Jeu III-V |
2
2/3 |
|
|
|
| Basson 16 |
16 |
|
Koppel |
I/P |
| Tromp.harm. |
8 |
|
Koppel |
II/P |
| Hautbois |
8 |
|
Koppel |
III/P |
| Vox Humana |
8 |
|
|
|
| |
|
|
|
|
| Tremulant |
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
| Koppel |
II/I |
|
|
|
| Koppel |
III/I |
|
|
|
| Koppel |
III/I elektr. |
|
|
|
| |
|
|
|
|
| Tremulant |
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
| Setzer |
256 Positionen |
|
|
|
| Sequenz + - |
|
|
|
|
|