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In der Silvesterausgabe des „Paulinus“ vom vergangenen Jahre hat Dr. Bersch in dem Artikel „Trierische Weihnachtslieder“ neben einigen Liedern eines aus Pallien erwähnt, die erste Strophe desselben angeführt und dann den Gedanken geäußert, dass man dieses frohen Liedes wohl erst dann ganz froh werden könnte, wenn man zu diesen munteren Worten auch die beschwingte Weise kenne. Sollte das ein Wunsch oder eine Feststellung sein? Jedenfalls habe ich es als Anregung aufgefasst und bin als Pastor von Pallien mit der ersten Strophe in der Hand diesem Liede nachgegangen und habe gefunden, dass dieses Lied noch um 1900 in den Palliener Familien gesungen wurde und als „Alt-Palliener Weihnachtslied“ bekannt war. Nach dieser Zeit ist es leider in Vergessenheit geraten, so dass es jetzt einiger Mühe bedurfte, bis ich fünf Strophen und die Melodie zusammen hatte. Jedoch die Mühe hat sich gelohnt und Dank allen, die mitgeholfen haben, dass zum diesjährigen Weihnachtsfest den Lesern des „Paulinus“ die Weise mit fünf Strophen mitgeteilt werden kann.
Alle Palliener, aber auch die, die unseren schönen Stadtteil kennen und lieben, werden Freude an diesem Liedchen haben. Und wieviel weiß es zu erzählen! Pallien war ja früher nur ein kleiner Ort bei Trier. Im wesentlichen bestand es aus der heutigen Palliener Straße und dem Mühlweg im Busental, in dem ein paar Mühlen klapperten. Die Bewohner schienen nur einen kleinen Wohlstand gehabt zu haben, aber ihr gutes Herz hatte für das Kind in der Krippe doch noch ein Lämmchen übrig und das Kind, wahrscheinlich ein Mädchen, das in dem Lied seinen Bruder ermuntert, zum Kinde im Stalle zu gehen, verrät durchaus praktischen Sinn; es weiß, dass das Lämmlein nicht nur als Nahrung gut ist, sondern auch einen warmen Pelz abgibt, der das Kindlein vor Kälte schützt. Dabei scheint es selbst ein Kind armer Leute zu sein, denn jetzt, wo es helfen möchte, klingt in ihm der oft ausgesprochene Wunsch des Vaters an: “Wenn ich ein Häuslein hätt‘, wie es dort am Teiche steht, und ein Stall dabei!“
Aber so ist es immer im Leben: Wer selber arm ist, weiß am besten, wie weh die Armut tut, und ist am ehesten bereit, zu helfen, wo er auf noch größere Armut stößt. Und wieviel Gelegenheit zum Helfen hat gerade in der Weihnachtszeit jeder, der guten Willens ist. Das Motiv dazu ist in dem Lied klar und deutlich angegeben und auch in unserer Zeit noch gültig: „Um dem Kind zu machen Ehr‘, der Mutter eine Freud‘“. Wie schön, wenn diese Anregung gerade jetzt im heiligen Jahre Mariens auf fruchtbaren Boden fiele!
Johannes Knopp (1908 – 1974, Pastor in Trier-Pallien, St. Simon und Juda)
1. Bruder mein, o lass dir sag'n, 2. Bruder, du gehst auch mit mir, 3. Bruder, was soll’n wir nehmen mehr, 4. Bruder, nimm das Lämmlei hin, 5. Wenn ich so ein Häuslein hätt‘, Trierer Weihnachstskrippe mit Dom und Kurie Metzenhausen (klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild, um es als Desktop-Hintergrund einzustellen)
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Ein "Alt-Palliener"-Weihnachtslied
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