St Martin (Pfalzel), Ruwer,
Zewen
Zwei weitere Orgeln der Firma
Klais befanden sich laut Orgelmeldebogen in den heute eingemeindeten Stadtteilen
Pfalzel und Ruwer. Für Pfalzel (alte Pfarrkirche St. Martin)
wird als Entstehungsjahr für Prospekt und das dazugehörige Orgelwerk
das Jahr 1859 angegeben. Da die Firma Klais, die hier als “Fa. Klaeis”
angeführt wird, erst 1882 gegründet wurde, sind zwei Möglichkeiten
für Pfalzel denkbar: entweder hat man irrtümlich die Jahreszahl
falsch angegeben, indem vielleicht die beiden letzten Zahlen vertauscht
wurden, oder es handelt sich hier um den Umbau einer Orgel von 1859 durch
Klais.
Wie aus dem Meldebogen hervorgeht,
war ein Johann Klein aus Obersteinebach im Westerwald mit der Pflege der
Orgel betraut.
Die Orgel von Ruwer
läßt sich genauer datieren. Auf Bitte des Pfarrers genehmigt
das Bischöfliche Generalvikariat 1905 eine von der Firma Voit &
Söhne aufgestellten Disposition für die in den Jahren 1870/71
im neugotischen Stil erbaute Pfarrkirche St. Clemens. Der Auftrag ergeht
dann aber an die Firma Klais, die ein zweimanualiges Instrument lieferte.
Laut Protokollauszug der
Kirchenvorstandssitzung vom 22. Mai 1938 bedurfte diese Orgel einer “Reinigung
u. Reparatur infolge der Verstaubung gelegentlich der Ausmalung 1936”,
die von der Firma Sebald & Brandt für 520 RM ausgeführt werden
sollten. Der Kostenanschlag dieser Firma vom 15. Juni 1938 sieht
darin folgende Arbeiten vor: Abtragen des gesamten Pfeifenwerkes und Reinigung,
Durchsehen aller Spielventile, eine durchgreifende Überholung und
Reinigung des Spieltisches, die Neubelegung der Pedaltastatur sowie die
Durchintonation bzw. Umintonation einzelner Register. Scheinbar hat diese
Orgel den Krieg unbeschadet überstanden, denn erst 1970 wurde sie
entfernt und durch das jetzige Instrument der Firma Späth ersetzt.
Für die alte Kirche
im heutigen Stadtteil Zewen baute die Aachener Firma Stahlhuth 1931
eine Orgel mit freistehendem Spieltisch.
Wolfgang Valerius