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St. Paulus, Pfarrkirche
Heiligkreuz
Erst 1925, zwei Jahre nach
der Währungsreform, erhält Trier eine neue, 36 Register zählende
Orgel. Erbaut wurde sie von der Firma Gebrüder Späth aus Ennetach-Mengen
als Opus 326 und war bestimmt für die neoromanische Pfarrkirche
St. Paulus. Ebenfalls im Jahr 1925 denkt
man in Heiligkreuz über den
Bau einer Orgel nach. Die in den Jahren 1050 bis 1060 unter Dompropst Arnulf
erbaute Heiligkreuzkapelle, die das Ziel etlicher von den Kaiserthermen
ausgehender Kreuzwege (1100 Schritte bzw. 7 Fußfälle) war, erhielt
1911/12 eine Notkirche als Vorbau zur Kapelle. Zunächst begnügte
man sich hier mit einem Harmonium, denn Hans Keßler rät Pfr.
Paulus in einem Brief vom 7. März 1915 vom Kauf einer gebrauchten
Orgel ab und empfiehlt stattdessen ein Harmonium der Firma Hinkel. Einen
Tag später erfolgt die Auftragsbestätigung für die Lieferung
eines “Hinkel’schen Harmoniums Modell 49, Disposition 307”. Auf Drängen
des Pfarrers ließ Keßler das Instrument “per Eilgut kommen”.
Bereits 1918 mußte nach Begutachtung durch die Trierer Pianoforte-Handlung
Gebr. Peifer der Stimmstock erneuert werden. Ein erstes konkretes Angebot
über den Neubau einer Orgel datiert vom 6. März 1925 und stammt
von Klais. Dieses enthält “2 Dispositionen nebst Kostenrechnung einer
neuen Orgel für die kath. Pfarrkirche Trier-Heiligkreuz”, wobei Klais
alternativ zum ersten Vorschlag einen Teilausbau als Interimsorgel anbietet.
Am 17. April folgen noch weitere drei Vorschläge, alles zweimanualige
Instrumente mit 19 Registern plus drei Tarnsmissionen, 13 Registern bzw.
16 Registern und einer Transmission. Vom 16. April 1925 datiert das Angebot
der Trierischen Orgelbauanstalt N. Franzen, das eine zweimanualige pneumatische
Orgel mit 18 klingenden Stimmen und einer Transmission vorschlägt.
Schließlich unterbreitet am 20. April die Firma Stahlhuth aus Aachen
ein Angebot über eine Orgel mit 12 Stimmen und einer Transmission,
zwei Manualen und Pedal sowie “pneum. Kegelladensystem mit Taschenmembranen”.
Finanzielle Schwierigkeiten lassen jedoch keines der Angebote zur Ausführung
kommen. 1930 geht man das Thema scheinbar erneut an, denn vom 18. Februar
datiert ein neuerliches Angebot der Firma Stahlhuth über eine gebrauchte
Orgel der Weissen Väter, die ja 1928 ein neues Werk erhielten. Stahlhuth
schreibt: “ ... Das Werkchen wurde inzwischen hier in Aachen in meinen
Werkstätten nachgesehen und gründlich durchrepariert, und ist
jetzt als gebraucht, doch gut erhalten zu bezeichnen. Wie Ew. Hochwürden
wohl schon weiss, hat die Orgel 7 Register..." Doch auch dieser Plan kam
nicht zur Ausführung. So lautet ein handschriftlicher Vermerk auf
dem Schreiben des Generalvikariats vom 16.5.1944, das an die Einreichung
des Meldebogens gemahnt, lapidar: “keine Orgel, sondern Harmonium!” Erst
1952 kommt es unter Pfarrer Begon zum Kauf einer gebrauchten Orgel. Diese
wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut von der Firma Dörr aus Hardheim
bei Miltenberg und war bestimmt für die Kath. Lokalkaplanei Reistenhausen
(Kreis Miltenberg). Trotz zunächst anderweitiger Pläne seitens
der Firma Sebald wurde dieses Instrument auf Geheiß des in puncto
Orgel scheinbar nicht unkundigen Pfarrers doch mit seiner originalen mechanischen
Kegellade unverändert in Heiligkreuz aufgestellt. Lediglich erhielt
die Orgel ein elektrisches Gebläse.
Wolfgang Valerius
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Trierer Orgeln, erbaut 1900-1945, Teil 4
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