Trierer Kirchen: St. Irminen - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 09.03.2011 19:53:45

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Trierer Kirchen: St. Irminen

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St. Irminen
 

Foto: E. Jakob

ORGEL

Sebald (1964)

 

 

Im Vorgängerbau der heutigen Kirche stand eine 1747/48 erbaute Orgel von Roman Benedikt Nollet (1710-1779). Diese wurde später demontiert und 1792 für 235 Rt verkauft, da die Kirche baufällig geworden war. Wohin die Orgel kam, ist nicht bekannt. 1768 bis 1771 wurde der neue Kirchenbau errichtet. Eine Orgel wurde 1785 eingebaut. Der Orgelbauer ist leider nicht bekannt.

Die Trierer Orgelbaufirma „H.W. Breidenfeld – Söhne“  baute 1875 in das barocke Orgelgehäuse eine neue Orgel als ihr op. 68 ein (Siehe Foto; aufgenommen vor 1944). Da die Kirche damals von der Kirchengemeinde St. Paulus genutzt wurde, finden sich Archivalien unter der Einordnung „St. Paulus“.
Das Angebot Breidenfelds und der Abnahmebericht liegen im Bistumsarchiv Trier (Abt. 71/8 Nr. 963)

Das Angebot („Disposition und Kostenanschlag einer neuen Orgel für die Pfarrkirche St. Paulus in Trier“) und der Fragebogen (Frgb. 1944) im Trierer Bistumsarchiv berichten zu dem Instrument:

Trier, St. Irminen (Vereinigte Hospitien Trier)
Breidenfeld 1875
Orgelprospekt von 1785
20 Reg. I/Ped.
Prospektpfeifen 1923

MANUAL C-f‘‘‘ (54 Töne):
Prinzipal 8‘
Rohrflöte 16‘ ab c°
Portunal 8‘ (C-H mit Viola)
Viola di Gamba 8‘
Fernflöte 8‘
Hohlflöte 8‘
Flauto amabile 4‘ (offen)
Octav 4‘
Quint 3‘
Superoktav 2‘
Flauto dolce 2‘ (gedackt; in Angebot 4‘)
Mixtur 2-5f. (in Angebot 3f.)
Trompete 8‘ B/D
(Kollektivzug „Forte-Piano“, „... zum Ersatze eines zweiten Manuals“)

PEDAL 1 ½ Okt.  C-g° (20 Töne):
Subbaß 16‘
Violoncello 8‘
Octavbaß 8‘
Posaune 16‘
Octav 4‘
Clarino 4‘
Trompete 8‘

Zwei Kastenbälge
Kammerton, gleichschwebende Temperatur
Leider ist im Angebot kein Hinweis auf den Erbauer der Vorgängerorgel, deren Gehäuse ja weiterverwendet wurde, enthalten.

Einige Zitate aus dem Angebot:

  • „......sowie die Restauration des Orgelgehäuses besorgt die Kirchenverwaltung von St. Paulus auf ihre Kosten“.
  • „.....fällt das Material der alten Orgel den Orgelbauern zu.“
  • „.... bis Ostern 1875 .... herzustellen“

Breidenfeld nennt drei Zeichnungen, die zum Angebot gehören. Diese sind allerdings in der Akte nicht enthalten.
Das von Michael Hermesdorff am 11. September 1875 verfasste „Revisionsprotokoll“ (Abnahmegutachten) äußert sich sehr lobend, erwähnt aber den Erbauer der Vorgängerorgel bzw. des Barockgehäuses ebenfalls nicht.

Die Orgel wurde zusammen mit der Kirche 1944 zerstört.

1962-64 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Im Anschluss daran baute die Trierer Firma Sebald eine Orgel mit folgender Disposition:

 

Disposition

I. Manual (Positiv/Unterwerk)

 

 

II. Manual (Hauptwerk)

 

C - g'''

 

 

C - g'''

 

Quintadena

8'

 

Principal

8'

Rohrflöte

4'

 

Holzgedackt

8'

Principal

2'

 

Oktave

4'

Terz

1 3/5'

 

Gemshorn

4'

Sifflöte

1 1/3'

 

Blockflöte

2'

Scharfcymbel

3f.

 

Kornett

2-3f.

Oboe

8'

 

Mixtur

4-5f.

Tremulant

 

 

Trompete (seit 2000)

8'

 

1 1/3'

 

 

 

 

 

 

 

 

Pedal

 

 

 

 

C- f’

 

 

 

 

Subbaß

16'

 

 

 

Oktavbaßl

8'

 

 

 

Hohlflöte

8'

 

 

 

Pommer

4'

 

 

 

Hintersatz

3f.

 

 

 

Fagott

16'

 

 

 

Mechan. Spieltraktur (Schleifladen), elektr. Registertraktur
Normalkoppeln, 1 Freie Kombination. Tutti.
Absteller: Zungen ab.Die Firma Mayer (Heusweiler) ergänzte im Jahr 2000 das Hauptwerk um eine Trompete.

Zur Baugeschichte von St. Irminen in Trier

Die Kirche des ehemaligen Benediktinerinnen-Klosters gehört heute zu den Barockjuwelen Triers, ist aber viel älter. Das Kloster entstand aufgrund einer Schenkung König Dagoberts I. (+ 639) an den Trierer Erzbischof Modoaldus (+ um 639) vermutlich als königliches Eigenkloster. 1127 wurde eine der Muttergottes geweihte Kirche erstmals schriftlich erwähnt. Von diesem im 11. Jahrhundert errichteten Bau sind die unteren Teile des Turmes erhalten. Durch Grabungen wissen wir, daß die ehemals geostete Kirche im Querhaus eine Breite von 33 m aufwies. Ob Seitenschiffe im Langhaus vorhanden waren, ist nicht bekannt. Der Turm wurde über dem südlichen Querhausarm errichtet.
Äbtissin Agnes Zand von Merl (1607-1636) begann mit der Erbauung einer neuen Klosterkirche. Scheinbar kam aber nur der Ausbau des Turmes zustande, dem ein gotisierendes Geschoß mit spitzer Haube aufgesetzt wurde. Diese Arbeiten waren 1615 vollendet. Erst in den Jahren 1768 bis 1771 kam es zum Neubau der Kirche, die in französischem Spätbarock nach Plänen von Jean Antoine quer über dem Altbau erbaut wurde. Vorbild war sicherlich die Stiftskirche St. Paulin in Trier, denn ebenso wie dort entstand hier ein einschiffiger Saalbau mit leicht eingezogenem Chorraum. Die Weihe vollzog Erzbischof Clemens Wenzeslaus am 22. September 1771.
1794 verließen die Nonnen beim Anrücken der Franzosen das Kloster, 1802 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgehoben. 1804 wurde St. Irminen Kirche der neu geschaffenen Vereinigten Hospitien. Zugleich diente die Kirche bereits seit 1778 der Pfarrei St. Paulus als Pfarrkirche. Nur so überstand St. Irminen das Schicksal der übrigen Klosterkirchen, die fast alle nach der Säkularisation abgebrochen wurden. Nach schweren Kriegszerstörungen 1944 wurde die Kirche in alter Form in den Jahren 1962 bis 1964 wieder aufgebaut.
Von der Ausstattung besonders erwähnenswert ist die barocke Kanzel, die um 1760 für St. Matthias geschaffen wurde. Im Turm hängen vier Glocken mit der Schlagtonfolge a’-cis’’-e’’-fis’’. Die größte Glocke wurde 1996, die drei kleineren 1960 von der Glockengießerei Mabilon in Saarburg gegossen.

Das Verwirrspiel der Patronate

Die ehemalige Benediktinerinnen-Klosterkirche war der Muttergottes geweiht, in den ältesten Quelle wird die Kirche „S. Maria ad horrea“ genannt. Die bekannteste Äbtissin dieses Klosters hieß Irmina (um 700) und wurde heiliggesprochen. Darauf dürfte der gebräuchlichere Name St. Irminen zurückzuführen sein. Nach der Zuweisung der Kirche an die Pfarrei St. Paulus, deren Kirche auf dem Irminenfreihof 1778 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1790 abgebrochen wurde, erhielt die Marienkirche, die ja im Volksmund als Irminenkirche bekannt war, 1803 den Namen Èglise de Saint-Paul. Der Name „St. Paulus“ für die Irminenkirche hielt sich bis 1907; in diesem Jahr wurde die neue Pauluskirche geweiht. Die ehemalige Klosterkirche St. Marien kennt heute keiner mehr in Trier; dafür ist der Name St. Irminen vermutlich jedem Trierer geläufig.

Josef Still, Sebastian Schritt (Baugeschichte), Johannes Still (Orgelfoto)



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