Trierer Kirchen: St. Irminen - Orgelpunkt Trier: Orgel- und Chor Musik an Dom und Konstantin - Basilika. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 31.05.2009 11:04:29

OrgelpunktWeb

Powered by WhatUSeek

 
Trierer Kirchen: St. Irminen
Zurück Zurück   St. Matthias | Herz Jesu | Welschnonnenkirche | St. Antonius | St. Paulin | St. Martin | St. Irminen | Jesuitenkirche | Pfarrkirche Heiligkreuz | Stiftskirche Pfalzel | St. Helena, Euren | Liebfrauen-Kirche | St. Gangolf |

St. Irminen
 

Foto: E. Jakob

ORGEL

Sebald (1964)

 

 

Im Vorgängerbau der heutigen Kirche stand eine 1747/48 erbaute Orgel von Roman Benedikt Nollet (1710-1779). Diese wurde später demontiert und 1792 für 235 Rt verkauft, da die Kirche baufällig geworden war. Wohin die Orgel kam, ist nicht bekannt. 1768 bis 1771 wurde der neue Kirchenbau errichtet. Eine Orgel wurde 1785 eingebaut. Der Orgelbauer ist leider nicht bekannt.

Die Trierer Orgelbaufirma „H.W. Breidenfeld – Söhne“  baute 1875 in das barocke Orgelgehäuse eine neue Orgel als ihr op. 68 ein (Siehe Foto; aufgenommen vor 1944). Da die Kirche damals von der Kirchengemeinde St. Paulus genutzt wurde, finden sich Archivalien unter der Einordnung „St. Paulus“.
Das Angebot Breidenfelds und der Abnahmebericht liegen im Bistumsarchiv Trier (Abt. 71/8 Nr. 963)

Das Angebot („Disposition und Kostenanschlag einer neuen Orgel für die Pfarrkirche St. Paulus in Trier“) und der Fragebogen (Frgb. 1944) im Trierer Bistumsarchiv berichten zu dem Instrument:

Trier, St. Irminen (Vereinigte Hospitien Trier)
Breidenfeld 1875
Orgelprospekt von 1785
20 Reg. I/Ped.
Prospektpfeifen 1923

MANUAL C-f‘‘‘ (54 Töne):
Prinzipal 8‘
Rohrflöte 16‘ ab c°
Portunal 8‘ (C-H mit Viola)
Viola di Gamba 8‘
Fernflöte 8‘
Hohlflöte 8‘
Flauto amabile 4‘ (offen)
Octav 4‘
Quint 3‘
Superoktav 2‘
Flauto dolce 2‘ (gedackt; in Angebot 4‘)
Mixtur 2-5f. (in Angebot 3f.)
Trompete 8‘ B/D
(Kollektivzug „Forte-Piano“, „... zum Ersatze eines zweiten Manuals“)

PEDAL 1 ½ Okt.  C-g° (20 Töne):
Subbaß 16‘
Violoncello 8‘
Octavbaß 8‘
Posaune 16‘
Octav 4‘
Clarino 4‘
Trompete 8‘

Zwei Kastenbälge
Kammerton, gleichschwebende Temperatur
Leider ist im Angebot kein Hinweis auf den Erbauer der Vorgängerorgel, deren Gehäuse ja weiterverwendet wurde, enthalten.

Einige Zitate aus dem Angebot:

  • „......sowie die Restauration des Orgelgehäuses besorgt die Kirchenverwaltung von St. Paulus auf ihre Kosten“.
  • „.....fällt das Material der alten Orgel den Orgelbauern zu.“
  • „.... bis Ostern 1875 .... herzustellen“

Breidenfeld nennt drei Zeichnungen, die zum Angebot gehören. Diese sind allerdings in der Akte nicht enthalten.
Das von Michael Hermesdorff am 11. September 1875 verfasste „Revisionsprotokoll“ (Abnahmegutachten) äußert sich sehr lobend, erwähnt aber den Erbauer der Vorgängerorgel bzw. des Barockgehäuses ebenfalls nicht.

Die Orgel wurde zusammen mit der Kirche 1944 zerstört.

1962-64 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Im Anschluss daran baute die Trierer Firma Sebald eine Orgel mit folgender Disposition:

 

Disposition

I. Manual (Positiv/Unterwerk)

 

 

II. Manual (Hauptwerk)

 

C - g'''

 

 

C - g'''

 

Quintadena

8'

 

Principal

8'

Rohrflöte

4'

 

Holzgedackt

8'

Principal

2'

 

Oktave

4'

Terz

1 3/5'

 

Gemshorn

4'

Sifflöte

1 1/3'

 

Blockflöte

2'

Scharfcymbel

3f.

 

Kornett

2-3f.

Oboe

8'

 

Mixtur

4-5f.

Tremulant

 

 

Trompete (seit 2000)

8'

 

1 1/3'

 

 

 

 

 

 

 

 

Pedal

 

 

 

 

C- f’

 

 

 

 

Subbaß

16'

 

 

 

Oktavbaßl

8'

 

 

 

Hohlflöte

8'

 

 

 

Pommer

4'

 

 

 

Hintersatz

3f.

 

 

 

Fagott

16'

 

 

 

Mechan. Spieltraktur (Schleifladen), elektr. Registertraktur
Normalkoppeln, 1 Freie Kombination. Tutti.
Absteller: Zungen ab.Die Firma Mayer (Heusweiler) ergänzte im Jahr 2000 das Hauptwerk um eine Trompete.

Zur Baugeschichte von St. Irminen in Trier

Die Kirche des ehemaligen Benediktinerinnen-Klosters gehört heute zu den Barockjuwelen Triers, ist aber viel älter. Das Kloster entstand aufgrund einer Schenkung König Dagoberts I. (+ 639) an den Trierer Erzbischof Modoaldus (+ um 639) vermutlich als königliches Eigenkloster. 1127 wurde eine der Muttergottes geweihte Kirche erstmals schriftlich erwähnt. Von diesem im 11. Jahrhundert errichteten Bau sind die unteren Teile des Turmes erhalten. Durch Grabungen wissen wir, daß die ehemals geostete Kirche im Querhaus eine Breite von 33 m aufwies. Ob Seitenschiffe im Langhaus vorhanden waren, ist nicht bekannt. Der Turm wurde über dem südlichen Querhausarm errichtet.
Äbtissin Agnes Zand von Merl (1607-1636) begann mit der Erbauung einer neuen Klosterkirche. Scheinbar kam aber nur der Ausbau des Turmes zustande, dem ein gotisierendes Geschoß mit spitzer Haube aufgesetzt wurde. Diese Arbeiten waren 1615 vollendet. Erst in den Jahren 1768 bis 1771 kam es zum Neubau der Kirche, die in französischem Spätbarock nach Plänen von Jean Antoine quer über dem Altbau erbaut wurde. Vorbild war sicherlich die Stiftskirche St. Paulin in Trier, denn ebenso wie dort entstand hier ein einschiffiger Saalbau mit leicht eingezogenem Chorraum. Die Weihe vollzog Erzbischof Clemens Wenzeslaus am 22. September 1771.
1794 verließen die Nonnen beim Anrücken der Franzosen das Kloster, 1802 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgehoben. 1804 wurde St. Irminen Kirche der neu geschaffenen Vereinigten Hospitien. Zugleich diente die Kirche bereits seit 1778 der Pfarrei St. Paulus als Pfarrkirche. Nur so überstand St. Irminen das Schicksal der übrigen Klosterkirchen, die fast alle nach der Säkularisation abgebrochen wurden. Nach schweren Kriegszerstörungen 1944 wurde die Kirche in alter Form in den Jahren 1962 bis 1964 wieder aufgebaut.
Von der Ausstattung besonders erwähnenswert ist die barocke Kanzel, die um 1760 für St. Matthias geschaffen wurde. Im Turm hängen vier Glocken mit der Schlagtonfolge a’-cis’’-e’’-fis’’. Die größte Glocke wurde 1996, die drei kleineren 1960 von der Glockengießerei Mabilon in Saarburg gegossen.

Das Verwirrspiel der Patronate

Die ehemalige Benediktinerinnen-Klosterkirche war der Muttergottes geweiht, in den ältesten Quelle wird die Kirche „S. Maria ad horrea“ genannt. Die bekannteste Äbtissin dieses Klosters hieß Irmina (um 700) und wurde heiliggesprochen. Darauf dürfte der gebräuchlichere Name St. Irminen zurückzuführen sein. Nach der Zuweisung der Kirche an die Pfarrei St. Paulus, deren Kirche auf dem Irminenfreihof 1778 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1790 abgebrochen wurde, erhielt die Marienkirche, die ja im Volksmund als Irminenkirche bekannt war, 1803 den Namen Èglise de Saint-Paul. Der Name „St. Paulus“ für die Irminenkirche hielt sich bis 1907; in diesem Jahr wurde die neue Pauluskirche geweiht. Die ehemalige Klosterkirche St. Marien kennt heute keiner mehr in Trier; dafür ist der Name St. Irminen vermutlich jedem Trierer geläufig.

Josef Still, Sebastian Schritt (Baugeschichte), Johannes Still (Orgelfoto)



Besuchen Sie unsere Sponsoren: Musikhaus Kessler Bischöfliche Weingüter


Orgelpunkt Online Shop

Themen:

MITMACHEN IM ORGELPUNKT
Nennen Sie uns Ihren Lieblings-Interpreten | Präsentieren Sie Ihre Lieblings-CD | Ihr schönstes Orgel- / Spieltischfoto | Verweisen Sie mit einem Link auf "Ihre" Orgel | Berichten Sie über ein Orgelkonzert | Geben Sie eine kostenlose private Kleinanzeige auf |

DIE AM HÄUFIGSTEN GELESENEN ORGELPUNKT - SEITEN
Trierer Dom | Konstantin-Basilika | 7 Goldene Regeln des Orgelübens | Trierer Kirchen | Kalender | Orgelpunkt - Leser wählen die besten Orgel - CDs | Trier Panorama | CD-Empfehlungen vom Webmaster | Die großen Orgelzyklen | Impressionen | WWW-Links | Orgelpunkt Online Shop

TRIERER KIRCHEN UND ORGELN
Trierer Dom:
Dom | Kunstgeschichte | Domorgeln | Domorganist | Orgelhistorisches | Frühere Domorganisten und -kapellmeister | UNESCO-Weltkulturerbe | Moderne Fresken im Dom | Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom | Fotogalerie Trierer Domorgel |
Konstantin-Basilika:
Basilika | Kunstgeschichte | Orgeln | Organist | Orgelhistorisches | Bachchor | Caspar-Olevian-Chor | Ev. Kinderchor | UNESCO-Weltkulturerbe | Panoramafotos Probe Bachchor |
Weitere Kirchen:
St. Matthias | Herz Jesu | Welschnonnenkirche | St. Antonius | St. Paulin | St. Martin | St. Irminen | Jesuitenkirche | Pfarrkirche Heiligkreuz | Stiftskirche Pfalzel | St. Helena, Euren | Liebfrauen-Kirche | St. Gangolf |

ORGELHISTORISCHES IM TRIERER RAUM
Trierer Orgeln 1900 - 1945:
Dom, St. Gangolf, St. Antonius und Treviris | Liebfrauenkirche | Kloster der Ewigen Anbetung, Hausorgel von Domkapellmeister Stockhausen, Orgel des Max-Planck-Gymnasiums | St. Paulus, Heiligkreuz | Kirche der Barmherzigen Brüder, Kirche der Weissen Väter, St. Helena (Euren) und Herz Jesu | St. Martin, St. Bonifatius (Kürenz) und St. Paulin | Pfalzel, Ruwer und Zewen |
Frühere Trierer Domorganisten und -kapellmeister:
Peter Joseph Pletz | Georg Schmitt | Michael Hermesdorff | Heinrich Pauli | Jodocus Kehrer | Ludwig Boslet | Hermann Schroeder | Dr. Paul Schuh | Wolfgang Oehms | Joseph Torner | Wilhelm Stockhausen |
Geschichte der Domorgeln:
Turbulente Orgelzeiten von 1307 bis 1830 | Die Breidenfeld-Orgel von 1837 | Hochdruckorgel, Elektrizität und ein Konkurs | Schwalbennester aus Bonn und ein flötespielendes Teufelchen |
Frühere Orgelbauer:
Wilhelm Breidenfeld | Nikolaus Franzen | Eduard Sebald | Gebrüder Stumm | Orgelbauanstalt Mamert Hock | Anton und Heinrich Turk, Klausen | Heinrich Voltmann, Klausen | Orgelbau Claus |
Historische Orgelnachrichten:
Frühe Orgelnachrichten aus Kurtrier | Neue Erkenntnisse zur Orgelgeschichte des Bistums Trier | Einweihung der Bambusorgel von Las Pinas durch W. Oehms | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom |

BETRIEB UND WARTUNG VON ORGELN
Zur Bedeutung von Orgelwartungsverträgen | Sicherung von Orgeln bei Bau- und Malerarbeiten | Merkblatt zum richtigen Heizen und Lüften | Muster-Orgelwartungsvertrag | Mustersatzung Orgelbauverein | Zur Qualität von Orgelaufnahmen |

ORGELÜBEN
7 Goldene Regeln des Orgelübens | Aspekte des "schlauen" Fingersatzes |

IMPRESSIONEN
2009 | 2008| 2007 |2006 | 2005 | 2004 | 2003 (A) | 2003 (B) | 2002 | 2001 |

ORGELZYKLEN IN TRIER UND HIMMEROD
Orgelzyklen 2009 | Orgelzyklen 2008 |Orgelzyklen 2007 | Orgelzyklen 2006 | Orgelzyklen 2005 | Orgelzyklen 2004 | Orgelzyklen 2003 |

ORGELPUNKT-LESER WÄHLEN DIE BESTEN ORGEL-CDs
April 2009 Januar 2009 Juni 2008 April 2008 Februar 2008 Dezember 2007 Oktober 2007 August 2007 Juli 2007 Mai 2007

TRIERER MUSIKGESCHICHTE
Zwischen Tradition und Fortschritt - Der Trierer Domkapellmeister Wilhelm Stockhausen (PDF) | Bachrezeption in Trier | Zum Cäcilianismus in Trier | Ein altes Palliener Weihnachtslied | Bischof Marx: "Kein Tach ohne Bach" |

BUCHBESPRECHUNGEN
Lexikon Orgelbau | Lexikon der Orgel | Orgelführer Deutschland | Handbuch Orgelmusik | Orgellandschaft Ostfriesland | Die Arp Schnitger-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg | Repertorium Orgelmusik | Orgeln in Niedersachsen | Organistenbüchlein | Die Orgel Gottfried Silbermanns | Orgeln in Lothringen | Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins | Orgeln der Neuapostolischen Kirche |

VERSTEIGERUNGEN BEI EBAY

BESTELLMÖGLICHKEITEN UND INTERPRETEN-SUCHE
Bestellmöglichkeit für CDs, Bücher, Noten:
Orgelpunkt Online Shop | Abteiorgel Online Shop | Trier Online Shop | Organisten-Suche bei JPC und Amazon | Links zum Amazon-Musikversand: Französische Orgelmusik | Präludien & Toccaten | Deutsche Barockorgel | Choralvorspiele | Orgelkonzerte |

Trierer Kirchen: St. Irminen

Zum Seitenanfang
Diese Seite drucken