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Himmelsstürmer
Abschluss der Internationalen Orgeltage Trier
Trier . (gkl) Von einem Höhepunkt zum anderen schwangen sich in diesem Jahr die internationalen Orgeltage im Trierer Dom: Einen glanzvollen Abschluss bildete das Konzert des Domorganisten Josef Still.
Sechs mal hat Domorganist Josef Still in die Trierer Kathedrale zu musikalischen Erlebnissen ganz unterschiedlichen Charakters eingeladen. Auf unterschiedliche Weise zeigten die Interpreten, wie groß die Bandbreite der Orgelliteratur ist und wie scheinbar grenzenlos die klanglichen Möglichkeiten der Orgel sind.
Von brillanter, in der französischen Tradition stehender Virtuosität etwa bei Naji Hakim bis zu gediegener, die Komposition auslotender Handwerkskunst bei Bine Katrine Bryndorf aus Kopenhagen reichte die Palette. Ebenso von der hohen Kunst des improvisatorischen Steggreifspiels bei Franz Lehrndorfer bis zur erfolgsicheren Kombination von Trompete und Orgel, interpretiert von Still und dem gerade einmal 25-jährigen Moselaner Thomas Hammes.
Traditionell gehört das Abschlusskonzert der Reihe dem Domorganiste, und Still musste sich in diesem Jahr etwas einfallen lassen, um hier noch einen besonderen Glanzpunkt zu bieten. Dazu hatte er sich Werke ausgesucht, die nicht häufig gespielt werden. So die erste Sonate in f-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und in deren Anschluss das d-moll Concerto, BWV 596, das Johann Sebastian Bach von Antonio Vivaldi übernommen und für die Orgel eingerichtet hat. Bei diesem Konzert handelte es sich um eine Kür.
Den Höhepunkt bildete die sechste Symphonie von Charles Marie Widor, einem grandiosen Werk, das vom Interpreten romantisches Einfühlungsvermögen und überschäumende Virtuosität gleichermaßen verlangt. Wenn auch die Domorgel trotz ihrer imposanten Größe nicht für sich in Anspruch nehmen kann, dem französisch-symphonischen Klangideal voll zu entsprechen, so gelang Still trotzdem eine überaus beeindruckende Demonstration der manchmal sehr orchestral anmutenden Klangvorstellungen des Großmeisters der Orgelsymphonie.
Mitreißend gestaltete er den alles beschließenden Finalsatz, der nicht nur ein grandioser Abschluss der Symphonie war, sondern eine himmelsstürmende Zusammenfassung der gesamten Konzertreihe darstellte. Still verzichtete trotz Drängens des Publikums auf ein Zugabe. Er ließ den Pan in der Domorgel das Ende der Serie verkünden.
Gerhard Kluth
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Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
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