| Karmelitenkloster
Springiersbach
Karmelitenstr. 2
54538 Bengel
Tel. 06532-93950, Fax 06532-939580
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Sandtner-Orgel von 1998 |
Die Klosterkirche Springiersbach
mit dem dazugehörigen Karmelitenkloster zählt zu den sehenswerten
Kulturstätten des Mosel-Eifel-Hunsrück-Gebietes.
Im Jahre 2002 feiert die
Klosteranlage ihren 900 jährigen Geburtstag.
Die Geschichte des Klosters
beginnt um das Jahr 1100. Benigna von Daun, eine adlige Dame aus der Eifel,
gründet auf dem ihr als Witwengut zugefallenen Hof eine klösterliche
Niederlassung. Erster Abt wird ihr Sohn Richard. Er wählt die Ordensregel
des hl. Augustinus als Grundlage der Gemeinschaft, die sich Augustiner-Chorherren
nennt.
Im Jahre 1121 wird der Grundstein
zu einer ersten Steinkirche gelegt. In kurzer Zeit entwickelt sich Springiersbach
zu einem bedeutenden wissenschaftlichen und geistigen Zentrum. Nach dem
Tod Richards (1158) wird die Geschichte des Springiersbacher Stiftes über
Jahrhunderte vom Wechsel zwischen Reformversuchen und Verfall geprägt.
Im Jahre 1769 wird die alte
wahrscheinlich baufällig gewordene dreischiffige romanische Basilika
abgebrochen und eine neue Kirche im Stil des Barock und Rokoko errichtet.
Aber schon 30 Jahre später (1802) werden Kirche und Klo-ster säkularisiert.
Um die fast neue Kirche vor dem Abbruch zu retten, erhebt sie der Trierer
Bischof zur Pfarrkirche von Bengel.
100 Jahre später (1902)
baut die Pfarrei Bengel eine eigene Kirche. Die Springiersbacher Klosterkirche
bleibt ungenutzt bis 1922. In diesem Jahr gründet die Oberdeutsche
Provinz der Karmeliten mit Sitz in Bamberg einen Konvent in Springiersbach.
Die Klosterkirche beeindruckt
durch ihr Inneres an Pracht und Ausstattung, durch die in den Farben und
Formen des Rokoko kunstvoll gestalteten Deckenfresken. Ein sehr gut erhaltenes,
geschnitztes Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert verleiht dem Kirchenraum
eine besondere Atmosphäre.
Die Sandtner-Orgel von
1998
Betrachtet man die Orgel
von vorne, sieht man die Pfeifen des Registers Principal 8' des Hauptwerkes.
Die Gestaltung des Gehäuses wurde in Anlehnung an die Ausstattung
des Kirchenraumes im barocken Habitus gewählt. Das Äußere
der Orgel mit Harfenfeldern, mehrfach geschwungenem Prospektgrundriß,
beschnitzten und vergoldeten Schleierbrettern schließt die wertvolle
und stilistisch bemerkenswert einheitliche Ausstattung des Kirchenraumes
nach Westen hin würdig ab.
Hinter dem Hauptwerk ist
in dem Turmraum, in einem separaten geschlossenen Gehäuse, das zweite
Manual - als Schwellwerk ausgestattet - eingebaut. Hierdurch sind besondere
musikalische Ausdrucksmöglichkeiten realisierbar. Die Register des
Pedals sind unter- bzw. hinterhalb des Schwellwerkes unter-gebracht. Die
Maße des sichtbaren Gehäuses betragen ca. 6 m in der Höhe,
3,50 m in der Breite und 1,70 m in der Tiefe. Schwellwerk und Pedal nehmen
das gesamte Volumen das Turmraumes ein.
Die Disposition weist einige
Besonderheiten auf, die einerseits auf Grund der akustischen Bedingungen
des Aufstellungsraumes, andererseits auf die musikalischen Wünsche
und Bedürfnisse zurückzuführen sind. Darüber hinaus
hatte die bislang vorhandene Orgel einige klanglich sehr schöne Register,
die im Neubaukonzept Wiederverwendung gefunden haben (hier sind vor allem
die mit zwei Labien versehene Holzflöte 8', als auch ein Teilbereich
des Violon 16' zu nennen).
Alle drei Teilwerke sind
mit mindestens einem Zungenregister ausgestattet, Hauptwerk und Pedal mit
Stimmen, die die Klangkraft des Werkes steigern sollen (Trompete 8' - Hauptwerk,
Posaune 16' und Trompete 8' - Pedal), das Schwellwerk mit einer Solostimme
- Oboe 8'.
Für die Orgel finden
nahezu ausschließlich heimische Hölzer Verwendung. Das Gehäuse
ist aus bestem astfreiem Tannenholz mit Rahmen und Füllungen gefertigt,
die dazu gehörenden Schleierbretter bestehen aus Lindenholz. Das Verwenden
von massiven Hölzern (besonders Nadelhölzern) trägt entscheidend
zum abgerundeten und weichen Klang der Orgel bei.
Das Pfeifenwerk besteht zum
einen aus verschiedenen Hölzern, zum anderen aus einer Zinn-Blei-Legierung.
Hierbei wird das verwendete Material von Register zu Register verschieden
bestimmt.
Von den insgesamt 1.750
Pfeifen sind 1.490 aus Zinn und 260 aus Holz gebaut. 1.578 sind als Labialstimmen,
172 als Zungenstimmen konstruiert. Die größte Pfeife ist mit
einer Gesamtlänge von ca. 5,4 m das tiefe C des Violon 16', die kleinste
das g"' der Terz 1 3/5‘ mit einer Körperlänge von ca. 12 mm.
Das Instrument ist ganz in
der Manier früherer Zeiten, rein mechanisch konzipiert. Die Windversorgung
erfolgt über ein elektrisches Gebläse. Das in Springiersbach
verwendete hat eine Leistung von ca. 1,1 kW und liefert eine Windmenge
von 28 m³/min.
Der Spieltisch ist in den
Unterbau der Orgel eingebaut. Das Spieltischgehäuse ist aus massivem
Kirschbaum hergestellt. Die Tasten sind aus Fichtenholz mit Belägen
aus porenfreiem Bein für die Untertasten und Ebenholz für die
Ober-tasten. In das Notenpult ist als Intarsie das Wappen das Karmelitenordens
eingelegt. Das Schnitzen der Schleierbretter und die Farbgestaltung des
Orgelprospektes erfolgte durch die Firma Ames in Tholey.
| II
Schwellwerk:
1. Bourdon 8'
2. Salicional
8'
3. Unda maris
8'
4. Prestant
4'
5. Querflöte
4‘
6. Nasard 2
2/3'
7. Waldflöte
2'
8. Terz 1 3/5'
9. Scharff
4f. 1'
10. Oboe 8'
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I. Hauptwerk
1. Principal
8'
2. Copel 8'
3. Holzflöte
8'
4. Gamba 8"
5. Octave 4'
6. Blockflöte
4'
7. Doublette
2'
8. Mixtur 4f.
1 1/3'
9. Cornet 5f.
ab b°
10. Trompete 8'
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Pedal:
1. Violon 16'
2. Subbaß 16'
3. Octavbaß
8'
4. Gedecktbaß
8'
5. Choralbaß
4‘
6. Posaune 16'
7. Trompete 8'
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Tremulant
Koppeln:
II - I, ll - P, I - P
Mechanische Spiel-
und Registertraktur, Schleifladen
Stimmtonhöhe: 440
Hz bei 15° C
Stimmtonart: gleichstufig
Erste CD - Orgelkonzert
- auf der neuen Sandtnerorgel mit
Uraufführung eines
Werkes von Camile Kerger (1957) erschienen.
Genaue Beschreibung auf
der Karmeliten-Homepage, siehe "Links"!
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