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St. Marien, Rachtig
Der Neubau der Kirche im
Dorf wurde im Frühjahr 1720 begonnen; am l. April 1723 erfolgte die
Grundsteinlegung und bis Weihnachten 1725 war die Kirche fertiggestellt.
Am 11. November 1736 fand die Weihe statt. Bei dieser Kirche handelte es
sich um einen relativ kleinen Saalbau mit einem Westturm und einem einjochigen,
dreiseitig geschlossenen Chor. Bereits 1770 musste das Langhausgewölbe
aus baustatischen Gründen durch eine Holzdecke ersetzt werden. Zu
Anfang des Jahrhunderts war die barocke Kirche so baufällig, daß
die Benutzung polizeilich untersagt wurde. 1903 wurden Chor und Schiff
abgerissen.
Unter Beibehaltung des barocken
Westturmes errichtete man 1906 nach den Bauplänen des Trierer Dombaumeisters
Julius Wirz eine neue Kirche im neuromanischen Stil aus Schieferbruchstein,
im Reichtum der Materialien und Formen einen charakteristischen Bau des
Späthistorismus. Das Mittelschiff zeigt ein Kreuzrippengewölbe
über polierten Granitsäulen, in den Seitenschiffen Quertonnen
mit aufgelegten Rippen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26.08.1906. Weil
die Arbeiten zügig vorangingen konnte bereits zum Patronatsfest am
8. Dezember 1907 die erste Messe gefeiert werden.
Ein großer Teil der
Ausstattung aus der Vorgängerkirche (1725) wurde übernommen,
so die hölzerne Westempore mit dem Orgelgehäuse von 1739, die
Kommunionbank, die Kanzel und die Heiligenfiguren. Der barocke Altar wurde
im Jahre 1913 nach Afden-Herzogenrath verkauft. Der heutige neugotische
Hochaltar zeigt vier Bilder: Geburt Jesu, Hochzeit zu Kana, Abendmal und
Auferstehung Jesu. Wenn der Altar geschlossen ist, wird das Bildnis der
Verkündigung des Engels bei Maria sichtbar. Das Bild entstand im Jahre
1944 durch den Freiburger Maler Frank, der auch das Bild der "Mutter vom
Moseltal" gemalt hatte, das 1995 renoviert und wieder an seinem früheren
Platz auf der linken Seite des Chores angebracht wurde. Die erste Kirche
wurde von Deutschordenspriester Johann Peter Glesius erbaut und prächtig
ausgestattet. Sie trug alle Merkmale als Deutschordenskirche mit den drei
Hauptpatronen des Deutschen Ordens: der Gottesmutter Maria, dem Hl. Georg
und der Hl. Elisabeth. Die lebensgroßen Figuren wurden auch in die
neue Kirche übernommen. Von dem schönen Barockhochaltar erinnert
nur noch das Wappenbild des Deutschen Ordens über dem Eingang der
Sakristei, welch kunstvoller Altar einst hier stand.
Die
zweimanualige Orgel ist Opus 296 des Hellenthaler Orgelbauers Weimbs und hat folgende Disposition: Gehäuse und Prospektpfeifen von
Balthasar König 1739
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