| Das „Schwarze Tor“, das Wahrzeichen der Stadt Trier, ist das einzige von ehemals vier Stadttoren, das auch heute noch erhalten ist. Es gehörte zu der Stadtbefestigung, die gegen Ende des 2. Jh. n. Chr. zur Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel (161-180 n. Chr.) angelegt wurde.
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Die mächtige Anlage mit den beiden vorspringenden Türmen und dem durch Doppeltoranlagen zugänglichen Innenhof stellt sich auch heute noch als mächtiger Festungsbau dar, dessen repräsentativer Charakter aufgrund der Gliederung der Fassaden durch Gesimse und Pilaster unterstrichen wird. Während die stadtseitigen Tordurchgänge durch Holztore verschlossen werden konnten, verraten die Schlitze in den Bogenlaibungen der äußeren Tore, dass hier ursprünglich Fallgitter angebracht waren.
Die Porta Nigra hat sich jedoch nicht nur ihren Charakter als Festungs- und Repräsentationsbau bewahrt. Die Apsis an der Ostseite, der fehlende Ostturm und die zahlreichen Verzierungen im Innern weisen darauf hin, dass das Tor auch anderen Zwecken diente. Seit dem Jahr 1028 wohnte hier der aus Syrakus stammende Eremit Simeon, nach dessen Tod der damalige Erzbischof Poppo von Babenberg (1016-1047) die Porta Nigra in eine Kirche umbauen ließ. Das Erdgeschoss - die Toranlage - wurde komplett zugeschüttet, um eine Treppe zur Stadt hin anzulegen, über die die auf den beiden verbleibenden Stockwerken eingerichteten Kirchen zugänglich waren. Unmittelbar neben der umgebauten Toranlage ließ Poppo von Babenberg ein Chorherrenstift errichten. Große Teile des Simeonstiftes sind auch heute noch erhalten (Foto). Hier befinden sich die Tourist- Information und das Städtische Museum.
Die Umwandlung in eine Kirche ist der Grund, warum die Porta Nigra bis heute erhalten ist, während die übrigen Stadttore abgetragen und ihre sorgfältig behauenen Sandsteinquader weiter verwendet wurden. Als Kirche blieb die Porta Nigra bis 1804 bestehen. In diesem Jahr ließ Napoeleon die Porta Nigra als „nationalgallisches“ Monument mehr oder weniger wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. In preußischer Zeit diente die Pora Nigra bis zur Gründung des Provinzialmuseums, heute Rheinisches Landesmuseum, zeitweise als Antikenmuseum.
Auf eine technische Besonderheit sei noch hingewiesen: Die Sandsteinblöcke des Tores sind ohne Mörtel aufeinandergeschichtet. Ursprünglich waren die Quader lediglich durch in Blei versenkte Eisenklammern miteinander verbunden. Diese Eisenklammern waren in nachrömischer Zeit begehrte Objekte von Metallsuchern, die das Mauerwerk aufbrachen, um an das Metall heranzukommen. Die Beschädigungen im Mauerwerk sind heute noch deutlich sichtbar.
Der Name Porta Nigra - „Schwarzes Tor“ - entstand erst im Mittelalter, als sich der helle Sandstein schwärzlich verfärbt hatte.
Andrea Binsfeld
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