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26.08.02 HIMMEROD. (gkl) Völlig neue Einblicke erhielten die Besucher des letzten Orgelkonzertes in der Abteikirche Himmerod mit der englischen Konzertorganistin Jane Parker-Smith. Über eine Großleinwand konnten sie das Geschehen am Spieltisch der Orgel miterleben.
Zum letzten Konzert vor der Jubiläumswoche vom 8. bis 15. September, in der man den 40. Weihetag der Klais-Orgel in der Abteikirche Himmerod feiern wird, war ein Publikumsmagnet in dem Eifelkloster zu Gast. Die Engländerin Jane Parker-Smith hat sich vor allem durch ihre spektakuläre und virtuose Spielweise einen Namen gemacht. Als besondere Attraktion hatte man diesmal hinter dem Altar eine große Leinwand aufgebaut, auf der die Besucher das Geschehen am Spieltisch der Orgel beobachten konnten.
In unseren Breiten ist der neue Sinnesreiz noch etwas gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall war es für etliche Konzertbesucher sehr interessant, das komplizierte und virtuose Geschehen an der Schaltzentrale einer großen Orgel beobachten zu können.
Parker-Smith war mit einem sehr abwechslungsreichen Programm in die Eifel gekommen. Jean Berveillers "Mouvement" ergoss sich fast schon swingend von der Orgelbühne und wirkte heiter und gelöst. Hier war spürbar und in diesem Fall auch sichtbar, dass die Solistin sich in ihrem Element befand, ebenso wie bei Joseph Jongens Sonata Eroica, dem Finalstück des Konzertes. Sicher und beeindruckend war ihre Technik, mitreißend ihre musikalische Gestaltung.
Vielleicht waren es die beiden Videokameras, die zu Beginn des Konzertes zu einer gewissen Nervosität bei der Organistin führten und dadurch die Eröffnungswerke nicht gerade zu einem Kunstgenuss werden ließen. Der erste Satz des dritten Brandenburgischen Konzertes von Johann Sebastian Bach (in einer Orgelbearbeitung von Susanne Doll) jedenfalls war gekennzeichnet von vielen falschen Tönen, und auch Bachs Chaconne d-Moll für Violine solo (in Wilhelm Middelschultes Orgelbearbeitung) sowie das e-Moll Scherzo aus Opus 16 von Felix Mendelssohn Bartholdy (Bearbeitung Nicolas Kynaston) wirkten fahrig und wenig homogen. Erst mit César Francks "Prière" konnte Parker-Smith ihr Konzert wirklich in den Griff bekommen und gestaltete das Werk mit großer Andacht und Aussagekraft.
Gerhard Kluth
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