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Orgelpunkt durchsuchen:
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Abstrakte:
Schmale, dünne Holzleiste zur mechanischen Verbindung zwischen der
Taste und dem Tonventil.
Aliquote: Obertonregister,
deren Töne nicht mit der Taste übereinstimmen, sondern welche
einen Oberton, zum Beispiel die Quinte oder Terz (manchmal Septime oder
None) erklingen lassen.
Aufschnitt: Höhe
des Labiums. Beim Intonieren wird die Pfeife aufgeschnitten, d. h. der
Abstand zwischen Unterlabium und Oberlabium verändert, indem man das
Oberlabium durch Wegschneiden des Orgelmetalls höher setzt, wodurch
sich der Klang der Pfeife verändert.
Balg: Windreservoir
aus Kiefernholz und Schafsleder zur Versorgung der Pfeifen mit Wind.
Becher: Resonanzkörper
einer Zungenpfeife. Es gibt kurzbechrige und langbechrige Zungenregister.
Cornet: Wichtige Solostimme
der französischen Orgel seit der Barockzeit; jedem Ton sind fünf
Pfeifen zugeordnet, die den ersten fünf Teiltönen der Naturtonreihe
entsprechen. 8´ + 4´ + 2 2/3 + 2´ + 1 3/5´. Außer
der solistischen Funktion wird das Cornet zur Verstärkung der Zungenstimmen
im Diskant gezogen.
Disposition: Die Zusammensetzung
der Register einer Orgel nebst Zuordnung zu den einzelnen Teilwerken. Die
Erstellung der Disposition schreibt die klanglichen Möglichkeiten
der Orgel fest, bezugnehmend auf Größe der Kirche, Platzverhältnisse
auf der Empore sowie musikalisch-stilistische Zuordnung der Orgel.
Flöte: Registertypus
mit weitem Durchmesser. Überblasende Register sind eine Besonderheit,
die bereits im 17. Jh. vereinzelt gebaut wurden. Es erklingt nicht der
Grundton sondern der erste Oberton (Oktave). Sie haben deshalb doppelte
Körperlänge.
Fuß: z. B. 8´.
Die Bezeichnung Fuß ist ein altes Längenmaß mit ca. 30
cm. Die tiefste Pfeife eines 8´-Registers ist also 2,40 m lang. Sie
erklingt in der Normallage, wie sie beim Klavier vorliegt. Ein 4´-Register
klingt eine Oktave höher, ein 2´-Register zwei Oktaven höher
und ein 16´-Register eine Oktave tiefer als die Normallage. Sind
16´, 8´, 4´ und 2´ gezogen, erklingen vier Töne
gleichzeitig jeweils im Oktavabstand, obwohl nur eine Taste angeschlagen
wird.
Gedackte: Registertypus,
deren Name von der Abdeckung der Pfeife an ihrem oberen Pfeifenende herrührt.
Die aus Holz oder Metall gebauten Gedackte klingen dadurch eine Oktave
tiefer, als es ihrer tatsächlichen Körperlänge entsprechen
würde.
Hauptwerk: Teilwerk
einer Orgel (hier Manual I) mit den stärksten Grund-, Mixtur- und
Zungenregistern.
Intonation: Klangliche
Feinabstimmung sämtlicher Pfeifen nach der Montage. Genaue Windzufuhr,
Klangstärke, Klangschärfe, Pfeifenansprache usw. werden hierbei
bestimmt und geregelt. Eine Vorintonation erfolgt in der Werkstatt des
Orgelbauers.
Kehle: Geschlitztes
oder auch halbiertes Messingrohr im unteren Teil der Zungenstimmen, auf
welches das klangerzeugende Zungenblatt aufschlägt.
Koppel: Mechanische
oder elektrische Einrichtung, die es erlaubt, Register eines Werkes auf
einem anderen Manual oder dem Pedal zu spielen.
Lippenpfeifen (auch
Labiale): Pfeifenart. Gewöhnliche Orgelpfeifen, wie sie auch im Prospekt
(siehe dort) stehen. Der Ton wird durch eine im Innern der Pfeife schwingende
Luftsäule erzeugt, nachdem die Kernspalte den Luftstrom nach außen
und innen hin geteilt hat. Zu den Labialpfeifen gehören die Registerfamilien
der Prinzipale, Flöten und Streicher. Die Tonhöhe ist abhängig
von der Pfeifenlänge oberhalb des Labiums. Die Klangfarbe wird bestimmt
durch die Mensur (Durchmesser der Pfeife), die Bauform (zylindrisch, konisch,
gedeckt, halbgedeckt) und das verwendete Material (Holz, Metall in unterschiedlichen
Legierungen).
Manual: Mit den Händen
zu spielende Klaviatur. Jedes Manual ist einem Teilwerk der Orgel zugeordnet.
Mensur: Im allgemeinen
ist damit der Pfeifendurchmesser im Verhältnis zur Länge der
Pfeife gemeint. Nicht weniger wichtig sind jedoch auch die Maßverhältnisse
von Labienbreite und Aufschnitthöhe. Durch die Mensuren wird die Klangfarbe,
die Klangstärke, die Ansprache und die Tragfähigkeit bestimmt.
Metall: Die Metallpfeifen
bestehen aus einer Legierung von Zinn und Blei. Je höher der Zinnanteil,
umso heller und strahlender ist der Klang, bei niedererem Anteil wird er
runder und weicher.
Mixtur: „Mischung“
mehrerer hochklingender Pfeifenreihen (gewöhnlich Oktaven und Quinten)
auf nur einer Schleife als Klangkrone des Plenums. Mixtur 4f. heißt:
Es erklingen 4 Pfeifen pro Taste gleichzeitig. Diese sehr hochliegenden
Oktav- und Quintchöre „repetieren“ (springen nach unten) meistens
mehrfach im Verlauf der Tonskala, da sonst die höchsten Töne
schon sehr bald jenseits der Hörschwelle liegen würden.
Orgel: Der Name kommt
vom griechichen Organon = Werkzeug, latinisiert organum und bezeichnete
ursprünglich jedes Musikinstrument. Ab dem frühen Mittelalter
bezeichnete man mit diesem Ausdruck nur noch die Orgel als das eigentliche
Instrument in den christlichen Kirchen westlicher Tradition, woraus dann
die Bezeichnung „Königin der Instrumente“ abgeleitet wurde.
Pedal: Eine mit den
Füßen zu bedienende Klaviatur des Teilwerks einer Orgel gewöhnlich
zum Spielen der Baßstimme.
Prospekt: Schauseite
der Orgel mit den sichtbaren Prospektpfeifen. Oft erkennt man an der Gliederung
des Orgelprospekts die verschiedenen Teilwerke der Orgel.
Register: Die verschiedenen
einzeln und gleichzeitig spielbaren Stimmen der Orgel, die sich hinsichtlich
ihres Klanges, der Fußtonlage und der Lautstärke unterscheiden.
Ein Register ist die Reihe klanglich gleichartiger Pfeifen verschiedener
Tonhöhe. Die Register lassen sich mit den Registerzügen im Spieltisch
ziehen und abstoßen.
Schleife: Unterhalb
sämtlicher Pfeifen eines Registers befindliche Leiste, die zwischen
Pfeifenstock und Fundamentalbrett (mit Ventilöffnungen) eingebaut
ist. Die Schleife erhält so viele Bohrungen, wie die Klaviatur Tasten
enthält. Durch Verschieben der Schleife in Längsrichtung wird
ein Register ein- oder ausgeschaltet, d. h. die Windzufuhr zu den dazugehörigen
Pfeifen ermöglicht oder verhindert.
Schwellwerk: Teilwerk
der Orgel in einem separaten (bei uns) Eichenholzkasten verschlossen. Über
einen mechanisch (auch elektrisch) gesteuerten Fußbalanciertritt
können die Schwelltüren (auch Jalousien) geöffnet und geschlossen
und hierdurch ein Crescendo oder Diminuendo bewirkt werden.
Spieltisch: Bedienungsanlage
und Arbeitsplatz des Organisten. Hier können die Manuale und das Pedal
gespielt, die Register gezogen sowie alle weiteren Spielhilfen (Koppeln,
Schweller, usw.) bedient werden.
Spieltraktur: Mechanische
Verbindung zwischen Taste im Spieltisch und Tonventil in der Windlade,
bestehend aus Abstrakten, Winkeln und Wellen.
Spielventil: Durch
Tastendruck zu öffnendes Ventil, das den Weg vom Windkasten zur Tonkanzelle
für den Wind freigibt. Jedes Ventil ist jeweils einem Ton (Taste)
zugeordnet.
Stimmung: Bestimmung
der Tonhöhen innerhalb jeder Oktave und der Verhältnisse (Intervalle)
der Töne untereinander. Das einzige Intervall, welches rein gestimmt
werden muß ist die Oktave; die Quinte muss ein wenig tiefer und jede
Quarte um ebenso viel höher sein.
Streicher: Registerfamlie
mit eng mensurierten Labialstimmen und streichender Klangfarbe z. B. Viola
da Gamba und Salicional, meist in 8´ Lage.
Tremulant: Vorrichtung,
die den Luftstrom im Windladenbalg in gleichmäßige Schwankungen
versetzt, wodurch ein Vibrato des Pfeifenklanges erzeugt wird.
Tutti: Gleichzeitiges
Erklingen sämtlicher Register.
Winddruck: Die Tonstärke
beeinflussender Druck des Windes im Blasbalg. Der Winddruck kann von Werk
zu Werk verschieden sein. Maßangabe ist WS = Wassersäule, gemessen
mittels Windwaage. Letztere ist ein mit Wasser gefülltes, U- förmiges
Glasrohr, dessen Ende mit einem Loch in der Windladenkammer verbunden wird.
Der Unterschied des Wasserstandes in beiden Rohrschenkeln wird gemessen
und in „Millimeter Wassersäule“ angegeben.
Windlade: Großer
Holzkasten mit allen Steuerungselementen; auf diesem befinden sich, registerweise,
die aufgestellten Pfeifen. Windladen enthalten die Ventile, welche über
die Traktur von den Tasten geöffnet werden, die Tonkanzellen, in welche
bei geöffnetem Ventil die Luft einströmt und die Registerschleifen,
welche sich je nach Registerein- oder -ausschaltung verschieben und somit
die Luft zu den Pfeifen führen.
Zungenpfeifen (Linguale):
(lat. lingua = die Zunge) Bei ihnen wird der Ton durch das Schwingen eines
Metallblättchens aus Messing, der sog. Zunge, auf der Kehle erzeugt.
Die Tonhöhe ist abhängig von der Länge des schwingenden
Teiles der Zunge. Der Zungenbecher verstärkt den Ton und beeinflusst
durch seine Bauform und Länge den Klangcharakter (Trompete, Schalmey,
Fagott).
Aus: Festschrift Eisenbarth-Orgel
Freudenburg 2001.
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Kleines Orgellexikon
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