Kleines Orgellexikon - Orgelpunkt Trier: Orgel- und Chor Musik an Dom und Konstantin - Basilika. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 31.05.2009 11:04:40

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Kleines Orgellexikon
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Abstrakte: Schmale, dünne Holzleiste zur mechanischen Verbindung zwischen der Taste und dem Tonventil.

Aliquote: Obertonregister, deren Töne nicht mit der Taste übereinstimmen, sondern welche einen Oberton, zum Beispiel die Quinte oder Terz (manchmal Septime oder None) erklingen lassen. 

Aufschnitt: Höhe des Labiums. Beim Intonieren wird die Pfeife aufgeschnitten, d. h. der Abstand zwischen Unterlabium und Oberlabium verändert, indem man das Oberlabium durch Wegschneiden des Orgelmetalls höher setzt, wodurch sich der Klang der Pfeife verändert. 

Balg: Windreservoir aus Kiefernholz und Schafsleder zur Versorgung der Pfeifen mit Wind.

Becher: Resonanzkörper einer Zungenpfeife. Es gibt kurzbechrige und langbechrige Zungenregister.
C- und Cis-Lade: Jedes Werk der Orgel kann über eine C-Lade mit den Pfeifen ab C in Ganztonschritten (c, d, e, fis, gis ...) und eine Cis-Lade mit den Pfeifen ab Cis (cis, dis, eis, g, a ...) verfügen, vor allem im Pedal gebräuchlich. 

Cornet: Wichtige Solostimme der französischen Orgel seit der Barockzeit; jedem Ton sind fünf Pfeifen zugeordnet, die den ersten fünf Teiltönen der Naturtonreihe entsprechen. 8´ + 4´ + 2 2/3 + 2´ + 1 3/5´. Außer der solistischen Funktion wird das Cornet zur Verstärkung der Zungenstimmen im Diskant gezogen.

Disposition: Die Zusammensetzung der Register einer Orgel nebst Zuordnung zu den einzelnen Teilwerken. Die Erstellung der Disposition schreibt die klanglichen Möglichkeiten der Orgel fest, bezugnehmend auf Größe der Kirche, Platzverhältnisse auf der Empore sowie musikalisch-stilistische Zuordnung der Orgel.

Flöte: Registertypus mit weitem Durchmesser. Überblasende Register sind eine Besonderheit, die bereits im 17. Jh. vereinzelt gebaut wurden. Es erklingt nicht der Grundton sondern der erste Oberton (Oktave). Sie haben deshalb doppelte Körperlänge. 

Fuß: z. B. 8´. Die Bezeichnung Fuß ist ein altes Längenmaß mit ca. 30 cm. Die tiefste Pfeife eines 8´-Registers ist also 2,40 m lang. Sie erklingt in der Normallage, wie sie beim Klavier vorliegt. Ein 4´-Register klingt eine Oktave höher, ein 2´-Register zwei Oktaven höher und ein 16´-Register eine Oktave tiefer als die Normallage. Sind 16´, 8´, 4´ und 2´ gezogen, erklingen vier Töne gleichzeitig jeweils im Oktavabstand, obwohl nur eine Taste angeschlagen wird. 

Gedackte: Registertypus, deren Name von der Abdeckung der Pfeife an ihrem oberen Pfeifenende herrührt. Die aus Holz oder Metall gebauten Gedackte klingen dadurch eine Oktave tiefer, als es ihrer tatsächlichen Körperlänge entsprechen würde. 

Hauptwerk: Teilwerk einer Orgel (hier Manual I) mit den stärksten Grund-, Mixtur- und Zungenregistern.  

Intonation: Klangliche Feinabstimmung sämtlicher Pfeifen nach der Montage. Genaue Windzufuhr, Klangstärke, Klangschärfe, Pfeifenansprache usw. werden hierbei bestimmt und geregelt. Eine Vorintonation erfolgt in der Werkstatt des Orgelbauers. 

Kehle: Geschlitztes oder auch halbiertes Messingrohr im unteren Teil der Zungenstimmen, auf welches das klangerzeugende Zungenblatt aufschlägt. 

Koppel: Mechanische oder elektrische Einrichtung, die es erlaubt, Register eines Werkes auf einem anderen Manual oder dem Pedal zu spielen. 

Lippenpfeifen (auch Labiale): Pfeifenart. Gewöhnliche Orgelpfeifen, wie sie auch im Prospekt (siehe dort) stehen. Der Ton wird durch eine im Innern der Pfeife schwingende Luftsäule erzeugt, nachdem die Kernspalte den Luftstrom nach außen und innen hin geteilt hat. Zu den Labialpfeifen gehören die Registerfamilien der Prinzipale, Flöten und Streicher. Die Tonhöhe ist abhängig von der Pfeifenlänge oberhalb des Labiums. Die Klangfarbe wird bestimmt durch die Mensur (Durchmesser der Pfeife), die Bauform (zylindrisch, konisch, gedeckt, halbgedeckt) und das verwendete Material (Holz, Metall in unterschiedlichen Legierungen). 

Manual: Mit den Händen zu spielende Klaviatur. Jedes Manual ist einem Teilwerk der Orgel zugeordnet. 

Mensur: Im allgemeinen ist damit der Pfeifendurchmesser im Verhältnis zur Länge der Pfeife gemeint. Nicht weniger wichtig sind jedoch auch die Maßverhältnisse von Labienbreite und Aufschnitthöhe. Durch die Mensuren wird die Klangfarbe, die Klangstärke, die Ansprache und die Tragfähigkeit bestimmt. 

Metall: Die Metallpfeifen bestehen aus einer Legierung von Zinn und Blei. Je höher der Zinnanteil, umso heller und strahlender ist der Klang, bei niedererem Anteil wird er runder und weicher. 

Mixtur: „Mischung“ mehrerer hochklingender Pfeifenreihen (gewöhnlich Oktaven und Quinten) auf nur einer Schleife als Klangkrone des Plenums. Mixtur 4f. heißt: Es erklingen 4 Pfeifen pro Taste gleichzeitig. Diese sehr hochliegenden Oktav- und Quintchöre „repetieren“ (springen nach unten) meistens mehrfach im Verlauf der Tonskala, da sonst die höchsten Töne schon sehr bald jenseits der Hörschwelle liegen würden. 

Orgel: Der Name kommt vom griechichen Organon  = Werkzeug, latinisiert organum und bezeichnete ursprünglich jedes Musikinstrument.  Ab dem frühen Mittelalter bezeichnete man mit diesem Ausdruck nur noch die Orgel als das eigentliche Instrument in den christlichen Kirchen westlicher Tradition, woraus dann die Bezeichnung „Königin der Instrumente“ abgeleitet wurde. 

Pedal: Eine mit den Füßen zu bedienende Klaviatur des Teilwerks einer Orgel gewöhnlich zum Spielen der Baßstimme. 

Prospekt: Schauseite der Orgel mit den sichtbaren Prospektpfeifen. Oft erkennt man an der Gliederung des Orgelprospekts die verschiedenen Teilwerke der Orgel. 

Register: Die verschiedenen einzeln und gleichzeitig spielbaren Stimmen der Orgel, die sich hinsichtlich ihres Klanges, der Fußtonlage und der Lautstärke unterscheiden. Ein Register ist die Reihe klanglich gleichartiger Pfeifen verschiedener Tonhöhe. Die Register lassen sich mit den Registerzügen im Spieltisch ziehen und abstoßen. 

Schleife: Unterhalb sämtlicher Pfeifen eines Registers befindliche Leiste, die zwischen Pfeifenstock und Fundamentalbrett (mit Ventilöffnungen) eingebaut ist. Die Schleife erhält so viele Bohrungen, wie die Klaviatur Tasten enthält. Durch Verschieben der Schleife in Längsrichtung wird ein Register ein- oder ausgeschaltet, d. h. die Windzufuhr zu den dazugehörigen Pfeifen ermöglicht oder verhindert.

Schwellwerk: Teilwerk der Orgel in einem separaten (bei uns) Eichenholzkasten verschlossen. Über einen mechanisch (auch elektrisch) gesteuerten Fußbalanciertritt können die Schwelltüren (auch Jalousien) geöffnet und geschlossen und hierdurch ein Crescendo oder Diminuendo bewirkt werden.

Spieltisch: Bedienungsanlage und Arbeitsplatz des Organisten. Hier können die Manuale und das Pedal gespielt, die Register gezogen sowie alle weiteren Spielhilfen (Koppeln, Schweller, usw.) bedient werden. 

Spieltraktur: Mechanische Verbindung zwischen Taste im Spieltisch und Tonventil in der Windlade, bestehend aus Abstrakten, Winkeln und Wellen. 

Spielventil: Durch Tastendruck zu öffnendes Ventil, das den Weg vom Windkasten zur Tonkanzelle für den Wind freigibt. Jedes Ventil ist jeweils einem Ton (Taste) zugeordnet.

Stimmung: Bestimmung der Tonhöhen innerhalb jeder Oktave und der Verhältnisse (Intervalle) der Töne untereinander. Das einzige Intervall, welches rein gestimmt werden muß ist die Oktave; die Quinte muss ein wenig tiefer und jede Quarte um ebenso viel höher sein. 

Streicher: Registerfamlie mit eng mensurierten Labialstimmen und streichender Klangfarbe z. B. Viola da Gamba und Salicional, meist in 8´ Lage.  
Tonkanzelle: Kasten, auf welchem alle verschiedenen Pfeifen stehen, die zum gleichen Ton gehören. 

Tremulant: Vorrichtung, die den Luftstrom im Windladenbalg in gleichmäßige Schwankungen versetzt, wodurch ein Vibrato des Pfeifenklanges erzeugt wird. 

Tutti: Gleichzeitiges Erklingen sämtlicher Register.
Wellenbrett: Meist senkrecht stehendes Brett unterhalb der Windlade mit waagerecht montierten Metall- oder Holzwellen. Die Bewegung der am Wellenbrett in engem Tastenabstand ankommenden Abstrakten wird dort auf die Breite der Windladen übertragen. 

Winddruck: Die Tonstärke beeinflussender Druck des Windes im Blasbalg. Der Winddruck kann von Werk zu Werk verschieden sein. Maßangabe ist WS = Wassersäule, gemessen mittels Windwaage. Letztere ist ein mit Wasser gefülltes, U- förmiges Glasrohr, dessen Ende mit einem Loch in der Windladenkammer verbunden wird. Der Unterschied des Wasserstandes in beiden Rohrschenkeln wird gemessen und in „Millimeter Wassersäule“ angegeben.

Windlade: Großer Holzkasten mit allen Steuerungselementen; auf diesem befinden sich, registerweise, die aufgestellten Pfeifen. Windladen enthalten die Ventile, welche über die Traktur von den Tasten geöffnet werden, die Tonkanzellen, in welche bei geöffnetem Ventil die Luft einströmt und die Registerschleifen, welche sich je nach Registerein- oder -ausschaltung verschieben und somit die Luft zu den Pfeifen führen. 

Zungenpfeifen (Linguale): (lat. lingua = die Zunge) Bei ihnen wird der Ton durch das Schwingen eines Metallblättchens aus Messing, der sog. Zunge, auf der Kehle erzeugt. Die Tonhöhe ist abhängig von der Länge des schwingenden Teiles der Zunge. Der Zungenbecher verstärkt den Ton und beeinflusst durch seine Bauform und Länge den Klangcharakter (Trompete, Schalmey, Fagott). 

Aus: Festschrift Eisenbarth-Orgel Freudenburg 2001. 
Herzlichen Dank dem Pfarramt Freudenburg für die Erlaubnis zur Veröffentlichung



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