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Johannes Klais, Bonn
renoviert von H.G. Vleugels,
1998
Seit 1803 gehörte das
heutige Pfarrgebiet von St. Martin, zu dem hauptsächlich die ehemals
selbständigen Dörfer Zurlauben und Maar zählten, zur Pfarrei
St. Paulin. Das alte Fischerdorf Zurlauben besaß seit 1727 eine eigene
Kapelle St. Nikolaus, die als Filialkirche von St. Paulin abhängig
war. Die Bewohner der Gemeinde Maar erbauten in den Jahren 1888 bis 1890
ebenfalls eine kleine Filialkirche, die dem hl. Sebastian geweiht war.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts
wuchs die Bevölkerung in diesen beiden Dörfern schnell an. Der
Bau einer neuen Pfarrkirche sollte die die beiden Filialkirchen ersetzen.
Möglich wurde dieser Wunsch vor allem durch den damaligen Pfarrer
von St. Paulin, Friedrich von Kloschinsky, der anläßlich seines
goldenen Priesterjubiläums im Jahre 1900 eine Stiftung über 200.000
Mark zum Bau der Kirche gründete.
Mit den Planungen wurde der
Trierer Architekt Peter Marx beauftragt, nach dessen Plänen im Bistum
Trier damals bereits einige interessante Kirchen wie etwa den Saardom in
Dillingen, St. Paulinus in Völklingen-Lauterbach, St. Laurentius in
Waldrach, St. Rochus in Hatzenport, St. Dionysius in Kruft oder St. Jakobus
in Trier-Biewer erbaut worden waren. Im Frühsommer 1912 wurde mit
dem Bau begonnen, die Grundsteinlegung erfolgte im August 1912. Infolge
des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges verzögerten sich die Bauarbeiten;
Bischof Korum konsekrierte die neue Kirche am 14. April 1915. Knapp zwei
Jahre später wurde St. Martin zur selbständigen Pfarrei erhoben.
In Dehios Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler liest man über
St. Martin: „Große Säulenbasilika in romanischen, verschiedenste
Quellen verarbeitenden Formen. ... Durch französische Kirchenfassaden
angeregte Westfront... Reich skulptierte Portalanlage mit Säulen nach
dem Vorbild von St. Gilles du Gard. Der Innenraum erinnert in seiner Weiträumigkeit
an früchristliche Basiliken.“ Die Wahl des Baustils ist auf die ehemalige
Benediktinerabtei St. Martin zuruckzuführen, an die auch das Patrozinium
der Kirche erinnert.
Die Ausstattung der Erbauungszeit
ist in großen Teilen erhalten. Zu nennen sind hier vor allem die
Fenster und die Chortribüne, aber auch der Kapitellschmuck. 1925 erhielt
die Kirche ein neues Geläute, das die Glockengießerei Mabilon
in Saarburg hergestellt hatte. Die vier Glocken mit den Schlagtönen
h°-dis’-fis’-gis’ zählen heute zu den „Glocken-Schätzen“
des Bistums Trier. Nur ein weiteres Geläute der Zwischenkriegszeit
(Herz Jesu in Elversberg) hat neben dem von St. Martin den Zweiten Weltkrieg
komplett überstanden. 1931 wurde ebenfalls erhaltene Orgel der Firma
Klais aus Bonn erbaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Martinskirche
nur gering beschädigt. 1969 bis 1971 erfolgte eine Umgestaltung des
Chorraumes im Sinne nachkonziliarer Vorstellungen nach Plänen des
Trierer Architekten G.Kleinjohann. Der von Bildhauer Theo Heiermann aus
Sürth geschaffene Zelebrationsaltar wurde am 15. November 1970 konsekriert.
Spielhilfen:
Elektr. Kegelladen
Sebastian Schritt
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Trierer Kirchen: St. Martin
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