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20.01.04
Strahlendes Magnificat
Französischer Organist spielt in St. Antonius
Trier. Regelmäßig zum Fest des heiligen Antonius veranstaltet die gleichnamige Trierer
Pfarrkirche ein Orgelkonzert. In diesem Jahr war der französische Organist Christophe Mantoux
von der Seine an die Mosel gekommen.
2005 jährt sich der Tag der Orgelweihe in der katholischen Pfarrkirche St. Antonius am
Viehmarktplatz zum zehnten Mal. In den zurückliegenden neun Jahren hat sich gezeigt, dass
dieses Instrument, erbaut von der Orgelbaufirma Tzschökel, durchaus nicht das Unbedeutendste
in Trier ist. Regelmäßig veranstaltet Kirchenmusiker Christian Braun in seiner Kirche Konzerte.
Zu einer kleinen Tradition haben sich inzwischen die Konzerte zum Patronatsfest der Pfarrei
entwickelt. In diesem Jahr hatte Braun Christophe Mantoux, Titularorganist an der Kirche
Saint-Séverin in Paris und Professor am Conservatoire National in Straßburg, eingeladen.
Mantoux kam mit einem französisch geprägten Programm, dem er jedoch zwei Werke von Johann
Sebastian Bach voranstellte. Streng nach barocken Gesichtspunkten und trotzdem kraftvoll
gestaltete er zu Beginn Bachs Präludium und Fuge in G-Dur, BWV 541, gefolgt vom
umfangreichen Choralvorspiel über das lutherische Gloria "Allein Gott in der Höh' sei Ehr", BWV
663.
Ausführliche Station machte Mantoux anschließend mit César Francks zweitem Choral und dem
ersten Satz aus Charles Marie Widors fünfter Symphonie in den Gefilden der französischen
Symphonik. Auch wenn die Orgel der Antoniuskirche keine ausgesprochene Vertreterin dieser
Klangwelt ist, schaffte der Solist es doch, den Zuhörern eine realistische Vorstellung der
Widorschen Tonsprache zu vermitteln. Besondere Anerkennung muss man auch der Tatsache
zollen, dass hier ein Organist endlich einmal zeigte, dass Widors Fünfte aus mehr Teilen besteht
als nur der allseits berühmten Toccata. Einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzte Mantoux nach
Olivier Messiaens himmlischem Festmahl ("Le banquet céleste) mit dessen berühmten "Dieu
parmi nous" (Gott unter uns) aus dem Zyklus "La Nativité du Seigneur". Hier waren offensichtlich
Interpret und Orgel in ihrem Element, wodurch sich ein kraftvolles und strahlendes Magnificat,
dessen Text der Komposition teilweise zugrunde liegt, entwickeln konnte. Das Konzert stellte eine
festliche Abrundung des Patroziniums dar.
Gerhard Kluth
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Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
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