![]() |
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
Orgelpunkt durchsuchen:
|
 
9. September 2003
Funkelndes Finale
Philippe Lefebvre in der Konstantinbasilika
Trier. (gkl) Insgesamt neun Mal hatte die evangelische Kirchengemeinde Trier zu ihrem Zyklus der sommerlichen Orgelkonzerte in die Konstantinbasilika eingeladen. Auch in diesem Jahr kann Kirchenmusiker Martin Bambauer wieder eine positive Bilanz ziehen. Den glanzvollen Schlusspunkt setzte Philippe Lefebvre.
Wie es sich für ein gut zusammengestelltes Menu gehört, fand sich am Ende noch einmal ein besonderer Leckerbissen, der gut 400 Orgelfreunde erfreute. Der Titularorganist der Pariser Kathedrale Notre Dame, Philippe Lefebvre, war von der Seine an die Mosel gekommen. Man durfte gespannt sein, was der Herr über normalerweise 115 klingende Register aus der feinen, jedoch kleinen Schukeorgel machen würde. Zunächst fiel an Lefebvres Programm auf, dass sich keine der so beliebten französischen Komponisten darauf befanden. Ausführlichen Platz räumte er zunächst der alten Musik ein und gestaltete damit einen wahrhaft sommerlichen Abend.
Jan Pieterszoon Sweelincks "Chromatische Fantasie" erinnerte mit seiner chromatisch beginnenden Tonfolge an die aufgehende Sonne, die mit einem Strahl über den Horizont kommt und ein immer dichter werdendes Netz an Wärme und Licht ergießt. Sommerliche Lyrik prägte auch Johann Sebastian Bachs "Pièce d'orgue, in der man im ersten Teil an fröhlich, aber ungeduldig umherschwirrende Kolibris erinnert wurde, bis sich im zweiten Teil endlich gewaltige Blütenkelche majestätisch öffneten und ihren schweren, betörenden Duft verströmten. Besonders beeindruckend gestaltete Lefebvre die Schlusssequenz, die er nur mit einer zarten Flötenstimme bestritt. In Bachs "Chromatische Fantasie und Fuge", von Lefebvre für die Orgel eingerichtet, funkelten dann die Sterne an einem klaren und leuchtenden Himmel.
Schwerer wurde die Kost im zweiten Teil des Abends mit den "Vier Skizzen" op. 58 von Robert Schumann und der "Bach"-Hommage von Franz Liszt, in der man teilweise die Basilikaorgel ob ihrer Klanggewalt nicht wieder erkannte. Beeindruckender Höhepunkt war die abschließende Improvisation über eine chromatische, sehr komplexe Tonfolge und einem Thema von Louis Vierne, die Bambauer vorgegeben hatte. Immer wieder leuchteten die Vorlagen, teilweise noch mit einem "Bach" verquickt auf und wurden zu einem höchst anspruchsvollen Gewebe, das auch als Komposition Bestand hätte.
Einziger Wermutstropfen des Konzertes war die teilweise sehr störende Probenarbeit für Dido und Aeneas, die während des Abends im Innenhof des Palais durchgeführt wurde. Ein bisschen mehr Rücksichtnahme hätte man hier schon erwarten können.
Gerhard Kluth
Besuchen Sie unsere Sponsoren: Musikhaus Kessler
Bischöfliche Weingüter
|
|
Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
. |
Zum Seitenanfang Diese Seite drucken |
|
|