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9. September 2003

Klang und Raum

Magdeburger Domorganist beendet Konzertreihe

GROSSLITTGEN. (gkl) Barry Jordan, Organist der Magdeburger Domkirche, war der Solist des letzten Konzerts des Orgelzyklus in der Himmeroder Abteikirche. Die Zuhörer erlebten einen Hochgenuss.

Wolfgang Valerius, Organisator der Orgelkonzerte in der Abteikirche Himmerod, hat vollkommen Recht. Eine schlechte Akustik kann einer noch so guten Orgel sehr abträglich sein, wo hingegen eine gute Klangqualität des Raumes auch einer mittelmäßigen Orgel gewaltig auf die Beine helfen kann. In der Zisterzienserabtei haben wir es zweifelsohne mit einer Kathedral-Akustik und mit einer sehr guten, klanggewaltigen Orgel zu tun. Diese Kombination ist nicht für jede Musik geeignet, aber, wenn man die richtige Literatur auswählt, ein Hochgenuss.

"Klang - Raum - Architektur" lautete die Überschrift des letzten Konzertes in der diesjährigen Veranstaltungsreihe, bei der Barry Jordan, Organist der Magdeburger Domkirche, als Solist zu Gast war. Der gebürtige Südafrikaner hatte ein Programm mit in die Eifel gebracht, das sich voll und ganz auf die gegebenen Besonderheiten Himmerods einstellte. So erklangen Sigfrid Karg-Elerts "Kathedralfenster", Opus 106, Louis Viernes "Cathédrales" aus den "Pièces de Fantaisie" und Henri Mulets Ton gewordene Ansichten der Basilika Sacré Cœur aus dem Jahre 1920.

Raum, Akustik und Orgel sind aber noch nicht alles. Unabdingbar notwendig ist der Organist, der es versteht, die drei Komponenten zusammenzufügen. Hier erwies sich Jordan als genau der richtige Solist. Mit Fingerspitzengefühl registrierte er die ausgewählten Werke, nutzte die klanglichen Möglichkeiten der Klais-Orgel. Engelsgleich erklang die "Voix célestes", lieblich zeichnete er Sololinien mit der Vox humana, gewaltig erhob sich das Plenum der Orgel. Jordans größter Verdienst war, dass er den Raumklang in sein Spiel mit einbezog. Er gab dem Nachhall alle Gelegenheit, sich zu entfalten, nutzte ihn als Stilmittel.

Beeindruckender Abschluss der Reihe

Jordans technisch einwandfreie Vorträge ließen vor dem geistigen Auge der zahlreichen Zuhörer tatsächlich farbenfrohe, beeindruckende Kirchenfenster aufleuchten, nahmen sie mit auf einen Rundgang durch die berühmte Pariser Basilika - mit den Augen Mulets. Nahezu perfekt abgerundet wurde das Konzert durch eine kleine Choralschola, die, unter Leitung von Jutta Thommes, die Choräle vorstellte, die den sechs Kathedralfenstern zu Grunde lagen. Schade war nur, dass die beiden mitwirkenden Herren intonatorisch weit hinter der Qualität der vier Damen zurück blieben.

Ein äußerst beeindruckender Abschluss der Konzertreihe, der fast darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Abteiorgel dringend der Überholung bedarf. Hier kann man nur hoffen, dass möglichst bald dafür die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen.

Gerhard Kluth



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