Impressionen 2008 - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 09.03.2011 19:55:41

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Sie können auch selbst Konzerte eintragen, die Sie besucht haben. Gefragt sind Orgel-Konzerte, nicht nur aus der Region Trier!

Orgelweihe in Mertert, 24.9.2008
Foto: Wolfgang Valerius


Weithin kündet die mächtige Doppelturmfassade der Kirche St. Immaculata im luxemburgischen Mertert vom Stolz der Pfarrei und ihrer Erbauer. Nun besteht berechtigter Grund zu weiterer Freude. Unter großer Beteiligung der örtlichen Vereine wurde in einer musikalisch festlich gestalteten Andacht die jüngst von der saarländischen Orgelbaufirma Thomas Gaida renovierte und erweitere Orgel von Abbé Claude Bache geweiht. Das Instrument, das in seinem Ursprung auf den Trierer Orgelbauer Breidenfeld zurückgeht und 1937 von George Haupt aus Lintgen (L) umgebaut wurde, besitzt nun drei Manuale und Pedal und verfügt mittels etlicher Transmissionen und Extensionen über mannigfaltige, geradezu für die katholische Liturgie prädestinierte Klangfarben und –kombinationen. Paul Breisch, Titularorganist der Kathedrale von Luxemburg, führte einige exemplarische Klänge mit Werken von Bach, Boëllmann, Tournemire und Vierne vor. Selbstverständlich durfte bei einer derart würdigen Zeremonie unter zahlreicher Beteiligung von Prominenz aus Kirche und Politik Widors Toccata aus der 5. Symphonie zum Abschluss nicht fehlen.


Abschlußkonzert in Himmerod, 7.9.2008
Foto: Wolfgang Valerius


Erneut voll besetztes Haus in Himmerod zum Abschluss des diesjährigen Orgelsommers mit Prof. Friedemann Winklhofer aus München. Das Besondere, das viele zum Anlass nahmen, nach Himmerod zu kommen, war die außergewöhnlich ungewöhnliche Werkzusammenstellung des Konzertes. Wozu sich „normale“ Organisten allenfalls bei der Zugabe herablassen, das bot der Kustos der Klais-Orgel im Münchener Gasteig als Programm: eine bunte Folge von so genannten Zugabe-Stücken, u.a. Mendelssohns Hochzeitsmarsch einmal ganz, Elgars Marsch Nr. 1 aus „Pomp and Circumstance“ oder Gordon Youngs „Prelude in Classic Style“. Keine tiefschürfende Nabelschau, keine noch so vertrackte Kontrapunktik, sondern pure Freude an der Musik und am Musizieren war da angesagt. Dass das Konzept aufging, zeigte der begeisterte Applaus des Auditoriums ebenso wie die unzähligen positiven Rückmeldungen der Besucher, die sich häufiger derartig „barrierefreie“ Konzerte wünschen. Da man dem in Himmerod gerne nachkommt, muss man sich wohl auch in Zukunft keine Sorgen um gutbesuchte Orgelkonzerte machen!


Junge Organisten an alter Orgel
Foto: privat


Die drei Nachwuchsorganisten Anne Michael, Marcus Adams und Adrian Caspari (im Bild von rechts nach links) spielten am Sonntag, 14. September 2008, an der historischen Barockorgel der Trierer Welschnonnenkirche (Flanderstraße). Beim "Tag des Offenen Denkmals" gab es traditionell kurze Vorführungen der 1757 gebauten Stumm-Orgel um 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr. Jeweils anschließend wurde eine Führung durch Kirche, Kapitelsaal und Nonnenempore angeboten. Nebenan im Innenhof des Auguste-Viktoria-Gymnasiums (Klostergarten) hielt „Denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ ein Glas Wein und einen kleinen Imbiss bereit. Das Angebot war selbstverständlich kostenlos und wurde gut angenommen.


Musik aus dem Schwalbennest - aus Metz
Foto: Sebastian Schritt


107 Trierer machten sich in zwei Bussen auf nach Metz, wohin eines der Trierer Halbstundenkonzerte verlegt wurde. Josef Still spielte dort am 6. September 2008 an der kleinen Schwalbennestorgel der Kathedrale. Aus Metz kamen nochmal 50 bis 60 Zuhörer hinzu, so dass ein stattliches Publikum den Klängen lauschte. Am Nachmittag führte Philippe Delacour die Orgel von Notre-Dame vor. Das Barockgehäuse dieser Orgel stand einst in der Trierer Porta Nigra (Kirche St. Simeon), wo es ein Werk von Nollet umschloss. In der Metzer Kathedrale führt ein langer schmaler Gang an den Triforiumsfenstern entlang von der Wendeltreppe zum Spieltisch der Schwalbennestorgel. Eine zu große "Weitenmensur" sollte der Organist daher nicht haben, wie das Bild zeigt.


Los Organos
Foto: EJ


Bis zu 80m hohe "Pfeifen" besitzt die Felsformation "Los Organos" auf La Gomera. Nur vom Meer aus zu besichtigen bei ruhiger See, erinnern die verschieden großen Basaltröhren an unterschiedliche Werke einer gewaltigen Orgel - Breite ca. 200m.


Spuren von Max Reger in der Saarpfalz entdeckt
Foto: Wolfgang Valerius


Spuren von Max Reger in der Saarpfalz entdeckt Authentizität ist zu einem neuen „Markenwert“ in der Musikwelt geworden: authentische Interpretationen auf authentischen Instrumenten. Für die Wiedergabe der Orgelwerke Max Regers bietet die katholischen Kirche „Maria vom Frieden“ in Homburg-Erbach nun auch authentischen Orgelklang im Westen der Republik. Da dort neben historischem Pfeifenmaterial aus der Orgel von St. Johann-Baptist in München-Haidhausen, wo Reger während seiner Münchener Zeit gelegentlich auf der Orgelbank saß, auch die originalen, hoch-erRegerten Kegelladen verbaut wurden, dürfte sich dieses Instrument wohl eindeutig als legitime Max-Reger-Orgel rühmen. Kuriosität am Rande: In einer aufwendigen empirischen Studie parallel zur Intonation der „neuen“ Orgel konnte der findige Orgelbauer zudem mittels olfaktorischer Wahrnehmung authentische „Duft-Noten“ des leiblichen Genüssen sehr zugetanen Oberpfälzers eruieren. Seinen Angaben zufolge wies die Pfeifen-Flatulenz eindeutig Spuren von Schweinshaxe in dunkler Starkbiersoße, gewürzt mit Nelke, Koriander und Knoblauch auf. Die heimische Tourismusindustrie wittert schon einen ersten Silberstreif am Horizont und erwägt, als historische Reminiszenz an die ehemalige Zugehörigkeit zum Königreich Bayern, dieses Leibgericht von Max Reger unter organologischer Aufsicht authentisch nachzukochen. Näheres zur Genealogie dieser Orgel auf den Internetseiten von Jürgen Weyers unter: www.saar-orgelland.de


Himmeroder Orgelkonzerte, 24. August
Foto: Wolfgang Valerius


Abermals sehr gut besucht war auch das vorletzte Konzert des Internationalen Orgelsommers der Abtei Himmerod mit dem im englischen Bath Abbey beheimateten Peter King, der vor 12 Jahren schon einmal in Himmerod konzertierte. Frei von jedweder pseudohistorisierenden Interpretation ließ sich Peter King nach bester englischer Tradition in Spielweise und Registrierung ganz von den klanglichen Möglichkeiten des Himmeroder Instrumentes und den räumlichen Gegebenheiten inspirieren. So konnte man einen mit großer rhetorischer Geste musizierten Buxtehude erleben, bei dem die Fuge frei von starrer Dynamik als geschickt aufgebautes Crescendo angelegt war. Und in der Sonate Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy nutzte der Interpret den reichhaltigen Registerfundus der Orgel geschickt, um die Choralmelodie in immer neuen Farben zu präsentieren. So quäkte in der zweiten Variation etwa der Dulzian 16’ im Pedal munter vor sich hin, während in der nächsten Variation das wunderbar samtige „Corno di Bassetto“ das Thema im Tenor übernahm. Vom mitteldeutschen Protestantismus ging es hernach geradewegs in katholische Spanien des 17. Jahrhunderts. José Ximinez „Batalla im 6. Ton“ ist ein musikalisch packend inszenierte Schlacht, mal heiter-unbeschwert, mal martialisch-derb. John Irelands “Elegiac Romance” pflegt einen melancholischen Tonfall im postromantischen Klanggewand. Hier zeigte sich ebenso die außergewöhnliche Registrierkunst des Gastorganisten aus England wie in Bachs abschließender „Chromatischen Fantasie und Fuge“ in der Orgelfassung von Max Reger.


VI. Himmeroder Zisterziensernacht
Foto: Wolfgang Valerius


Unter der Überschrift „O Magnum Mysterium“ fand zum sechsten Mal in Folge die Himmeroder Zisterziensernacht statt. In diesem Jahr war das Programm eine gelungene Mischung aus Gregorianik, Chor- und Orgelmusik, wobei besonders die Werke des 20. Jahrhunderts zu später Stunde breiten Anklang fanden. Mitwirkende waren eine Choralschola der Benediktinerabtei Maria Laach sowie deren Abteiorganist Johannes Trümpler (mit einer exzellenten Wiedergabe von Duruflés Prélude, Adagio et Choral varié sur „Veni Creator“). Zum wiederholten Male dabei war das Trierer Vokalensemble „Cantamus“ unter Leitung von Jutta Thommes. Diese außerordentlich homogene Klangformation faszinierte die weit über 400 Besucher vor allem mit Kompositionen von Howells („O pray für the peace of Jerusalem“), Faure („Cantique de Jean Racine“), Mendelssohn Bartholdy, Rachmaninow, Bruckner, Duruflé (Motetten) und Lauridsen („O Magnum Mysterium“). Es war eine Nacht, die weder Event noch Spektakel bot; es war vielmehr eine Nacht, deren tiefbewegende Musik so manchem einen Blick für das Schöne und Erhabene eröffnet haben dürfte.


Himmeroder Orgelkonzerte, 10. August
Foto: privat


Ein Konzert der absoluten Spitzenklasse erlebten gut 400 Besucher am 10. August in der Himmeroder Abteikirche. Ebenfalls auf Einladung des Himmeroder Orgelsommers war Vincent Dubois, Titularorganist der Kathedrale von Soissons, nun erstmals in der Region zu hören. Dass sein Konzert auf derart großes Interesse stieß, durfte angesichts der Vita – so gewann er mit 22 Jahren die Goldmedaille beim Internationalen Orgelwettbewerb im kanadischen Calgary - wohl kaum verwundern. Nach Bachs höchst selten gespielter Sinfonia aus der Kantate BWV 146, ein sehr virtuoses Werk, das Marcel Dupré für Orgel bearbeitet hat, stellte der noch junge Franzose mit Scherzo, Cantabile und Finale aus der 2. Symphonie von Louis Vierne (entstanden 1903) und der Suite op. 5 (1932) von Maurice Duruflé zwei Meisterwerke der symphonischen Orgelliteratur des 20. Jahrhunderts vor. Vom quirligen Scherzo über die verhalten-sinnierende Cantilene bis hin zum mächtigen Finale verstand es Vincent Dubois bestens, die stetig sich steigernde Intensität der Vierne-Symphonie kongenial umzusetzen. Großartiger Abschluss des Konzertes war dann die spieltechnisch höchst anspruchsvolle Suite op. 5 von Duruflé. Große emotionale Tiefe zeichnete die Wiedergabe des Prèlude aus. Nach der mit großem Atem vorgetragenen Sicilienne entfachte Dubois in der abschließenden Toccata dann einen wahrhaft furiosen Klangrausch – Musik par excellence für die Himmeroder Orgel und den Himmeroder Kirchenraum. Für dieses wahrhaft beeindruckende Musikerlebnis bedankten sich die Zuhörer mit enthusiastischen Ovationen.


Himmeroder Orgelkonzerte, 27. Juli
Foto: privat


Auf Einladung des Himmeroder Orgelsommers gab die amerikanische Organistin Susan Jane Matthews im Juli ihr Konzertdebüt in Deutschland. Frau Matthews ist Musikdirektorin an der St. Paul’s Epicopal Church Burlangame in Kalifornien. Zuvor war sie Musikdirektorin an der St. Michael’s Episcopal Cathedral in Bois (Idaho) und erste Organistin der Grace Cathedral in San Francisco, wo sie eine vielbeachtete CD mit dem Titel „Chosen Tunes“ eingespielt hat. Zwei der dort aufgenommenen Werke erklangen auch in Himmerod: „Te Deum“ von Jeanne Demessieux sowie „Outer Hebrides“ von Paul Halley, der lange Jahre als Organist an der Kathedrale „St. John the Devine“ in New York wirkte und sich vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Improvisationen einen Namen gemacht hat. „Outer Hebrides“ basiert auf verschiedenen schottischen Melodien und besticht vor allem durch die tonal warme Harmonik und lebendige Rhythmik. Weiterhin auf dem Programm standen Bachs Pièce dOrgue sowie das Concerto in d BWV 596 nach Antonio Vivaldi. Den fulminanten Abschluss bildete Charles-Marie Widors Symphonie Nr. 6 g-Moll.


Himmeroder Orgelkonzerte, 13. Juli
Foto: privat


Michael Eckerle, Organist an St. Franziskus in Pforzheim, präsentierte in Himmerod ein technisch äußerst anspruchsvolles Programm, das virtuose Spielfreude und Klangsinn in raffinierter Weise zu kombinieren wusste. Am Beginn stand mit Bachs Chaconne d-Moll eines der sicherlich großartigsten Werke der abendländischen Musikliteratur überhaupt. So verwundert es kaum, dass dieses Stück in etlichen Transkriptionen und Bearbeitungen vorliegt. In Himmerod erklang die eher selten gespielte Orgelfassung von Arno Landmann. Es folgten die Sinfonische Dichtung „Orpheus“ von Franz Liszt in der Bearbeitung von Jean Guillou, ein Werk, in dem Michael Eckerle neben ausgereifter Technik vor allem einen orchestralen Klangsinn bewies, sowie weniger bekannte Werke von Edward Bairstow („Evening Song“), Iain Farringtons („Fiesta“-Suite aus dem Jahr 2003) und Pierre Cochereaus „Scherzo Symphonique“.


Sopran und Orgel in Himmerod (18. Mai)
Foto: privat


Mit Ausnahme der Marien-Vertonungen von Puccini und Verdi gestalteten die Sopranistin Martina Garth (Brauneberg) und Wolfgang Valerius, Kustos der Himmeroder Klais-Orgel und Leiter des dortigen Orgelsommers, ein ausschließlich französisch geprägtes Programm in der Abteikirche Himmerod. Neben Francks berühmtem „Panis angelicus“ standen als regionale Erstaufführung „Tantum ergo“ op. 2 und „Ave verum“ op. 15 von Louis Vierne auf dem Programm. Besonders Eindrucksvoll erwies sich in der außergewöhnlichen Akustik der Himmeroder Abteikirche Jehan Alains „Ave Maria“ (nach der „Vocalise dorienne“). Ergänzt wurde das Konzert mit Francks a-Moll-Choral, Duruflés „Fugue sur le Carillon de heures de la Cathédrale de Soissons op. 12“ sowie Andante und Finale aus der Symphonie IV von Charles-Marie Widor. Mit gut 200 Zuhörern war das Konzert an diesem Tag, zugleich bundesweiter Museumstag, hervorragend besucht.


Messiaen mit Prof. Alfred Müller-Kranich in Herz Jesu (18. Mai)
Foto: Wolfgang Valerius


Selbst in eingefleischten Organistenkreisen scheiden sich spätestens an Messiaen die Geister. Ein reines Messiaen-Konzert bleibt für jeden Veranstalter daher stets ein Wagnis. Der Orgelbauverein Herz Jesu ging dieses ein und präsentierte erneut ein ganz dem vor 100 Jahren geborenen französischen Komponisten gewidmetes Konzert. Prof. Alfred Müller-Kranich, der seit 2004 als Professor für Liturgisches Orgelspiel an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz lehrt, hatte mit Le banquet céleste (1926), L’Ascension (1932) sowie Auszügen aus Livre d’Orgue (1951) und Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité (1969) einen repräsentativen Querschnitt seines Schaffens zusammengestellt. Wenn die Kirche mit gut 50 Zuhörern auch nicht bis auf den letzten Platz gefüllt war, selten erlebt man in einem Orgelkonzert ein derart diszipliniert wie interessiert lauschendes Publikum. Moderne Orgelmusik hat, sofern sie technisch wie musikalisch absolut überzeugend, ja nachgerade authentisch vermittelt wird, durchaus ein Publikum.


Österliches Orgelkonzert mit Gereon Krahforst (11. April) in Herz Jesu
Foto: Wolfgang Valerius


Mit dem Paderborner Domorganisten Gereon Krahforst, Jahrgang 1973, war erneut ein exzellenter Vertreter der jüngeren deutschen Organistengeneration zu Gast an der Sebald-Orgel der Trierer Herz-Jesu-Kirche. Sein ganz auf Ostern ausgerichtetes Programm gestaltete sich als interessanter Spaziergang durch Zeit und Stilistik, wobei Kompositionen von Bach (Toccata und Fuge F-Dur) und Guilmant (Offertoire “O Filii et filiae”) sowie die von Duruflé anhand einer Tonbandaufnahme rekonstruierte Choral-Improvisation sur le “Victimae Paschali Laudes” von Tournemire geschickt mit Stil-Improvisationen über vertraute Osterlieder kombiniert waren. Dank der spieltechnischen Souveränität des Organisten war es ein musikalisch erfrischender Abend, an dem die ohne Zweifel vorhandenen Qualitäten der Sebald-Orgel erneut ins recht Licht gerückt wurden.


Eröffnung des Himmeroder Orgelsommers 2008
Foto: privat


Die Grenzen des vertrauten Terrains zu überschreiten und nach Neuem zu suchen, gilt nicht nur in Bezug auf die 1962 erbaute und 2006 überarbeitete Klais-Orgel der Abtei Himmerod, es ist in den letzten Jahren auch zu einem besonderen Markenzeichen des Internationalen Orgelsommers der Abtei Himmerod geworden. Und so hatte Prof. Helmut Deutsch aus Freiburg für das Eröffnungskonzert der diesjährigen Konzertreihe ein Programm mitgebracht, das mit Muffat, Bach und Liszt Bekanntes mit Unbekanntem verband, in seinem logisch- stringenten Aufbau jedoch weit über das Gängige hinausging.
Das Glanzstück des Konzertes war „Après une lecture de Dante“ aus Liszts „Années de pélerinage: Italie“ in der noch unveröffentlichten Bearbeitung des Interpreten. Wer die Himmeroder Orgel hörend erkundet, dem erschließt sich das Instrument als symphonisch, nur dem gelingen derart überzeugende dynamische Wechsel zwischen lyrisch-weich und forciert-brausend, nur dem gelingt es, ein orchestrales Klanggemälde à la Liszt so kongenial wie Helmut Deutsch auf die Königin der Instrumente zu übertragen.


Orgelfreundetreffen der GdO-Regionalgruppe Saar-Trier-Westpfalz
Foto: Wolfgang Valerius


Am 5. April hatte die GdO-Regionalgruppe Saar-Trier-Westpfalz zum Orgelfreundetreffen nach Mettlach, Saarhölzbach und Saarburg eingeladen. Viele Interessierte kamen, um die durch Bernhard Kutter frisch renovierte Haerpfer-Erman-Orgel in Mettlach (III/51), die von Egbert Pfaff in Saarhölzbach restaurierte Späth-Orgel (II/12), die aus der Schlosskirche von Oberkirchberg stammt, und das 2004 von der Firma Weimbs neu erbaute Instrument in Saarburg (II/27) zu hören, zu spielen und natürlich auch zu beurteilen. „Sieger nach Punkten“ war dabei die Kleinste, die vor allem durch ihre charakteristisch-farbigen Einzelregister bestach. Beim abschließenden Mittagessen wurden dann noch Neuigkeiten aus der regionalen Orgelszene ausgetauscht sowie als nächsten Ziel im Herbst ein Besuch im benachbarten Luxemburg beschlossen.


Überarbeitung der Haupt-Orgel in Mertert/Lu
Foto: Wolfgang Valerius


Zu den typischen „Krankheiten“ einer Kegelladenorgel gehören das Klappern der Ventile und ein nicht selten erbärmliches Wimmern im vollen Werk. Neben den üblichen Ausreinigungs- und Sanierungsarbeiten sollte die Behebung dieser Schwachpunkte bei der Renovierung also ganz obenan stehen. Kommt dann noch eine Optimierung des Klanges hinzu, hat man als Ergebnis ein Instrument, das mit seinem Charme und seiner Noblesse den Hörer nicht unberührt lässt. Freilich, damit dies gelingt, bedarf es eines Orgelbauers wie Thomas Gaida, der auf diesem Gebiet sicherlich einer, wenn nicht der profilierteste seiner Spezies ist. Wer sich von der Qualität seiner Arbeit überzeugen will, der kann dies zur Zeit im luxemburgischen Mertert. Dort wird in den kommenden Wochen noch die alte Haupt-Orgel grundlegend überarbeitet, neu intoniert und um einige Auxiliare erweitert.

Neue, alte Orgel im Saarland
Foto: Wolfgang Valerius


James J. Binns (1855 - 1925) gehörte neben Hill, Willis und Lewis sicherlich zur allerersten Garde der englischen Orgelbauer. Ein von ihm 1911 erbautes Werk mit ursprünglich 15 Registern ist nun in St. Josef, Neunkirchen-Furpach, zu bewundern. Thomas Gaida hat das Instrument vorbildlich restauriert und um einige Register, die als Auxiliarwerke auf allen Werken spielbar sind, erweitert. Dass diese Orgel mit nicht einmal 20 eigenständigen Registern in der nicht gerade freundlichen Akustik eine derartig phänomenale Klangfülle bis hin zum 32 entfaltet, spricht nicht nur für die Qualität der histroischen Binns-Substanz. Im Bistum Trier gibt es nun einige interessante englische Orgeln (Kyllburg, Rodershausen, Saarbrücken), in Neunkirchen-Furpach kann man jedoch einen echten "Rolls Royce" des Viktorianischen Orgelbaus bestaunen. Link: http://www.michaelbottenhorn.de/orgelmusik.html

Das Orgelpunkt-Team wünscht Ihnen ein glückliches Jahr 2008!
Foto: Wolfgang Valerius


Zum fünfen Mal präsentierte der Orgelbauverein Herz Jesu sein Silvesterkonzert unter dem Motto "Organ Fireworks". Gut 150 interessierte Besucher waren zu später Stunde gekommen, um dem technisch wie musikalisch souveränen Spiel des 26-jährigen Johannes Trümpler, Organist der Abtei Maria Laach, zu lauschen. Neben Bachs Präludium und Fuge D-Dur und Schroeders Toccata op. 5 standen drei Sätze aus der 1. Symphonie von Louis Vierne sowie dessen berühmtes Fantasiestück "Carillon de Westminster" auf dem Programm. Das Konzert fand in Kooperation mit der Hermann-Schroeder-Gesellschaft statt.

Eckhard Jakob



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