Herz Jesu
 |
ORGEL
Eduard Sebald, Trier 1957 |
Der Trierer Vorort St. Barbara
gehörte im 19. Jahrhundert kirchlich zur Pfarrei St. Gervasius in
Trier (heute Aula des Angela-Merici-Gymnasiums). Bereits in den 1860er
Jahren bildete sich in St. Barbara ein Bauverein, der sich zum Ziel gesetzt
hatte, eine neue, größere Kirche zu erbauen. Der Kulturkampf
setzte diesem Vorhaben jedoch ein Ende. 1888 wurde St. Barbara in die Stadt
Trier eingemeindet. Im November 1889 werden die Gedanken zum Kirchbau wieder
aufgegriffen; die Bevölkerung wuchs, die alte Barbara-Kapelle in St.
Barbara war zu klein. Nach ersten Verhandlungen mit dem ortsansässigen
Architekten Walter, dessen Pläne das Bischöfliche Generalvikariat
nicht genehmigte, wurde mit den Bauplanungen Dombaumeister Reinhold Wirtz
beauftragt. Wirtz plante daraufhin eine neugotische Hallenkirche mit angedeutetem
Querhaus, polygonalem Chor und hohem Westturm; ähnlich der nach seinen
Plänen errichteten Kirchen in Birkenfeld, Speicher, Trierweiler und
Welschbillig.
Im März 1893 begann
man mit den Fundamentierungsarbeiten. Die Grundsteinlegung erfolgte am
2. Juli 1893 durch den Trierer Bischof Michael Felix Korum. Im Herbst 1895
war der Bau als solcher vollendet, sodaß er im August 1896 benediziert
werden konnte. Die Konsekration erfolgte am 2. Juli 1899 durch Bischof
Korum. Die alte Barbara-Kapelle wurde 1899 abgebrochen. Zum 1. April 1927
erfolgte die Erhebung zur selbständigen Pfarrei. 1929 wurde die Orgelempore
errichtet, am 21. April 1929 konnte die neue, 23registrige Orgel der Firma
Gebr. Späth, Ennetach, eingeweiht werden. Während des Zweiten
Weltkrieges wurde die Kirche am 23. Dezember 1944 bei einem Bombenangriff
zu großen Teilen zerstört.
1948 begann man mit dem Wiederaufbau,
mit dem Architekt Prof. Thoma beauftragt wurde. Im September 1950 konnte
die wiederhergestellte Kirche eingesegnet werden. Vom neugotischen Gesicht
blieb außer dem Turm und dem vereinfachten Äußeren nichts
übrig. Der Innenraum wurde modern gestaltet, ganz im Geiste der damaligen
Zeit. 1955 schuf Heinrich Dieckmann die Chorfenster. Mit einem Neuanstrich
1956 und der Errichtung der jetzigen Orgel 1957 durch die Trierer Orgelbauwerkstatt
Sebald war der Wiederaufbau abgeschlossen. Seit 1962 läuten vier Glocken
von Mabilon, Saarburg, mit der Schlagtonfolge c’-es’-f’-g’ über die
Trierer Südstadt.
1989 begannen die Überlegungen
zu einer grundlegenden Neugestaltung des Inneren. Mit den Planungen wurde
der Trierer Architekt Peter van Stipelen beauftragt. Dabei erhielt die
Kirche wieder Gewölbe, die als Holzkonstruktion die ehemals vorhandene
Form wiederaufnehmen, jedoch gleichzeitig moderne Züge tragen. Das
vorher äußerst nüchterne Innere hat durch diese modernen
Nachschöpfung viel gewonnen, es kann jedoch nicht von einer Stilkopie
gesprochen werden. Am 20. Juni 1993, etwa hundert Jahre nach der Grundsteinlegung,
wurde die Kirche erneut eingeweiht.
Literatur
Handbuch des Bistums Trier,
20. Ausgabe, Trier 1952, S. 121 f.
100 Jahre 1896-1996 Herz-Jesu-Kirche
Trier. Hrsg.: Katholisches Pfarramt Herz Jesu in Trier, 1996.
Hans-Hermann Reck: Die Stadterweiterung
Triers. Planung und Baugeschichte vom Beginn der preußischen Zeit
bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1815-1918), Trier 1990.
| I.Hauptwerk:
Quintade 16'
Principal 8'
Salicional 8'
Octave
4'
Nachthorn 4'
Quinte 2 2/3'
Octave
2'
Mixtur V-VI
Trompete 8'
|
II.Schwellwerk:
Rohrgedackt
8'
Gemshorn 8'
Principal 4'
Querflöte 4'
Zartquinte 2 2/3'
Blockflöte 2'
Terzflöte 1 3/5'
Scharff III-IV
Rankett 16'
Kopftrompete
4
Tremolo
|
III.Brustwerk:
Lieblich Gedackt 8'
Spitzflöte
4'
Quintade
4'
Principal
2'
Nazard 1 1/3'
Terzcymbel IV
Krummhorn
8'
-Tremolo
|
Pedalwerk:
Principalbaß
16'
Subbaß
16'
Octavbaß
8'
Gedacktbaß 8'
Choralbaß 4'
Gedacktflöte
4'
Bauernflöte
2'
Rauschpfeife III
Posaune 16'
|
Spielhilfen:
6 Normalkoppeln
Subkoppeln: II-I III-I III-II
5 Zungenabsteller
2 freie Kombinationen
Handregister an
Auslöser
Tutti
Walze (an)
2 Pedalkombinationen für
II und III
Zungen ab
Die Orgel wurde 1993 durch
die Fa. Vleugels generalüberholt