Trierer Kirchen: Herz Jesu - Orgelpunkt Trier: Orgel- und Chor Musik an Dom und Konstantin - Basilika. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 31.05.2009 11:04:41

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Trierer Kirchen: Herz Jesu
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Herz Jesu
 
ORGEL

Eduard Sebald, Trier 1957 

Der Trierer Vorort St. Barbara gehörte im 19. Jahrhundert kirchlich zur Pfarrei St. Gervasius in Trier (heute Aula des Angela-Merici-Gymnasiums). Bereits in den 1860er Jahren bildete sich in St. Barbara ein Bauverein, der sich zum Ziel gesetzt hatte, eine neue, größere Kirche zu erbauen. Der Kulturkampf setzte diesem Vorhaben jedoch ein Ende. 1888 wurde St. Barbara in die Stadt Trier eingemeindet. Im November 1889 werden die Gedanken zum Kirchbau wieder aufgegriffen; die Bevölkerung wuchs, die alte Barbara-Kapelle in St. Barbara war zu klein. Nach ersten Verhandlungen mit dem ortsansässigen Architekten Walter, dessen Pläne das Bischöfliche Generalvikariat nicht genehmigte, wurde mit den Bauplanungen Dombaumeister Reinhold Wirtz beauftragt. Wirtz plante daraufhin eine neugotische Hallenkirche mit angedeutetem Querhaus, polygonalem Chor und hohem Westturm; ähnlich der nach seinen Plänen errichteten Kirchen in Birkenfeld, Speicher, Trierweiler und Welschbillig.

Im März 1893 begann man mit den Fundamentierungsarbeiten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Juli 1893 durch den Trierer Bischof Michael Felix Korum. Im Herbst 1895 war der Bau als solcher vollendet, sodaß er im August 1896 benediziert werden konnte. Die Konsekration erfolgte am 2. Juli 1899 durch Bischof Korum. Die alte Barbara-Kapelle wurde 1899 abgebrochen. Zum 1. April 1927 erfolgte die Erhebung zur selbständigen Pfarrei. 1929 wurde die Orgelempore errichtet, am 21. April 1929 konnte die neue, 23registrige Orgel der Firma Gebr. Späth, Ennetach, eingeweiht werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche am 23. Dezember 1944 bei einem Bombenangriff zu großen Teilen zerstört. 

1948 begann man mit dem Wiederaufbau, mit dem Architekt Prof. Thoma beauftragt wurde. Im September 1950 konnte die wiederhergestellte Kirche eingesegnet werden. Vom neugotischen Gesicht blieb außer dem Turm und dem vereinfachten Äußeren nichts übrig. Der Innenraum wurde modern gestaltet, ganz im Geiste der damaligen Zeit. 1955 schuf Heinrich Dieckmann die Chorfenster. Mit einem Neuanstrich 1956 und der Errichtung der jetzigen Orgel 1957 durch die Trierer Orgelbauwerkstatt Sebald war der Wiederaufbau abgeschlossen. Seit 1962 läuten vier Glocken von Mabilon, Saarburg, mit der Schlagtonfolge c’-es’-f’-g’ über die Trierer Südstadt.

1989 begannen die Überlegungen zu einer grundlegenden Neugestaltung des Inneren. Mit den Planungen wurde der Trierer Architekt Peter van Stipelen beauftragt. Dabei erhielt die Kirche wieder Gewölbe, die als Holzkonstruktion die ehemals vorhandene Form wiederaufnehmen, jedoch gleichzeitig moderne Züge tragen. Das vorher äußerst nüchterne Innere hat durch diese modernen Nachschöpfung viel gewonnen, es kann jedoch nicht von einer Stilkopie gesprochen werden. Am 20. Juni 1993, etwa hundert Jahre nach der Grundsteinlegung, wurde die Kirche erneut eingeweiht.

Literatur

Handbuch des Bistums Trier, 20. Ausgabe, Trier 1952, S. 121 f.
100 Jahre 1896-1996 Herz-Jesu-Kirche Trier. Hrsg.: Katholisches Pfarramt Herz Jesu in Trier, 1996.
Hans-Hermann Reck: Die Stadterweiterung Triers. Planung und Baugeschichte vom Beginn der preußischen Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1815-1918), Trier 1990.
 
Disposition
I.Hauptwerk:

Quintade  16'
Principal  8'
Salicional 8'
Octave     4'
Nachthorn  4'
Quinte 2 2/3'
Octave     2'
Mixtur  V-VI
Trompete   8'
 

II.Schwellwerk:

Rohrgedackt    8' 
Gemshorn   8'
Principal  4' 
Querflöte  4' 
Zartquinte 2 2/3' 
Blockflöte 2' 
Terzflöte  1 3/5' 
Scharff   III-IV 
Rankett   16'
Kopftrompete   4
Tremolo
 

III.Brustwerk:

Lieblich Gedackt 8'
Spitzflöte   4'
Quintade     4'
Principal    2'
Nazard   1 1/3'
Terzcymbel  IV
Krummhorn    8'
-Tremolo
 

Pedalwerk:

Principalbaß  16'
Subbaß    16'
Octavbaß   8'
Gedacktbaß 8'
Choralbaß  4'
Gedacktflöte   4'
Bauernflöte    2'
Rauschpfeife III
Posaune   16'
 

Spielhilfen: 
6 Normalkoppeln
Subkoppeln: II-I III-I III-II
5 Zungenabsteller
2 freie Kombinationen
Handregister an
Auslöser
Tutti
Walze (an)
2 Pedalkombinationen für II und III
Zungen ab

Die Orgel wurde 1993 durch die Fa. Vleugels generalüberholt
 
Konzerte: siehe Kalender
 

Sebastian Schritt



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