| Makellos
und nüchtern
Hans-Dieter Möller
spielt spanische, portugiesische und französische Werke
Von GERHARD W. KLUTH
TRIER. Hans-Dieter Möller
war der dritte Solist der Orgelkonzerte in der Konstantinbasilika. Auf
seinem Programm standen Werke spanischer und portugiesischer Meister sowie
französische Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Antonio Correa Braga, Juan
Cabanilles, Pablo Bruna und Josep Elias waren die Komponisten im ersten
Teil des Konzertes, das Hans-Dieter Möller an der Schuke-Orgel der
Konstantinbasilika gab. Möller ist seit 1977 Professor für Orgelspiel
und Improvisation an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule und
seit 15 Jahren Sachverständiger für Orgelbau in der Erzdiözese
Köln.
Große internationale
Verdienste erwarb sich Möller bei der Erhaltung und Restaurierung
alter spanischer Orgeln auf der Ferieninsel Mallorca. Seit 25 Jahren leitet
er dort internationale Orgeltage, deren Erlös den historischen Instrumenten
zugute kommt. Auf diesem Wege wurde Möller zu einem ausgewiesenen
Fachmann für die Interpretation alter spanischer Orgelmusik, wie sie
im ersten Teil zu hören war. Natürlich durfte eine Batalha (geschrieben
vom Portugiesen Braga) nicht fehlen, verfügt die Basilika-Orgel doch
über die dazu zwingend notwendigen horizontalen Trompeten.
Gedenken an Jean Langlais
Musikalisch eindrucksvoller
als dieses effektgeladene Werk war jedoch das Tiento de Falso des berühmten
Spaniers Cabanilles. Möller verziert diese Komposition feingliedrig,
deren größter Reiz wohl in den für die damalige Zeit kühnen
Harmonien liegt. Freilich konnte die vom Komponisten beabsichtigte Wirkung
nur bruchstückhaft erzielt werden, da die Orgel nicht über eine
historische Stimmung verfügt.
Nach Abschluss seines Studiums
an der Folkwang-Hochschule Essen absolvierte Möller darüberhinaus
ein Privatstudium beim französischen Organisten und Komponisten Jean
Langlais. Im Gedenken an dessen 10. Todestag spielte er daher neben Kompositionen
von Camille Saint-Saëns (Fantaisie Opus 157) und Charles Tournemiere
(Te Deum-Fantasie) dessen "Chant héroique" und "Le Soleil des Étoiles".
So makellos Möller
die Werke spieltechnisch auch darstellte, so stieß er beim Instrument
doch bald an die Grenzen des Machbaren. Die eher kühl und nüchtern
gehaltene Orgel ist für derart emotionsstarke Musik nur sehr bedingt
geeignet. Das zeigte sich besonders am fehlenden Schwellwerk, das mit seinen
expressiven Möglichkeiten eine ganz andere Interpretation erlaubt.
Selbst Hans-Dieter Möller bestätigt diese Auffassung, wodurch
er aber die Qualität des Instrumentes nicht schmälern will. "Die
Schuke-Orgel ist ein charakterstarkes, solides Instrument, ein Denkmal
für die Zeit, in der es gebaut wurde. Für den imposanten Raum
der Basilika würde ich mir eine zweite Orgel wünschen, die der
Größe des Raumes und der exponierten Stellung der Kirche entspricht." |