Aktuelle Pressestimmen 20.07.01
Makellos und nüchtern 

Hans-Dieter Möller spielt spanische, portugiesische und französische Werke 

Von GERHARD W. KLUTH

TRIER. Hans-Dieter Möller war der dritte Solist der Orgelkonzerte in der Konstantinbasilika. Auf seinem Programm standen Werke spanischer und portugiesischer Meister sowie französische Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Antonio Correa Braga, Juan Cabanilles, Pablo Bruna und Josep Elias waren die Komponisten im ersten Teil des Konzertes, das Hans-Dieter Möller an der Schuke-Orgel der Konstantinbasilika gab. Möller ist seit 1977 Professor für Orgelspiel und Improvisation an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule und seit 15 Jahren Sachverständiger für Orgelbau in der Erzdiözese Köln.
Große internationale Verdienste erwarb sich Möller bei der Erhaltung und Restaurierung alter spanischer Orgeln auf der Ferieninsel Mallorca. Seit 25 Jahren leitet er dort internationale Orgeltage, deren Erlös den historischen Instrumenten zugute kommt. Auf diesem Wege wurde Möller zu einem ausgewiesenen Fachmann für die Interpretation alter spanischer Orgelmusik, wie sie im ersten Teil zu hören war. Natürlich durfte eine Batalha (geschrieben vom Portugiesen Braga) nicht fehlen, verfügt die Basilika-Orgel doch über die dazu zwingend notwendigen horizontalen Trompeten.
Gedenken an Jean Langlais
Musikalisch eindrucksvoller als dieses effektgeladene Werk war jedoch das Tiento de Falso des berühmten Spaniers Cabanilles. Möller verziert diese Komposition feingliedrig, deren größter Reiz wohl in den für die damalige Zeit kühnen Harmonien liegt. Freilich konnte die vom Komponisten beabsichtigte Wirkung nur bruchstückhaft erzielt werden, da die Orgel nicht über eine historische Stimmung verfügt.
Nach Abschluss seines Studiums an der Folkwang-Hochschule Essen absolvierte Möller darüberhinaus ein Privatstudium beim französischen Organisten und Komponisten Jean Langlais. Im Gedenken an dessen 10. Todestag spielte er daher neben Kompositionen von Camille Saint-Saëns (Fantaisie Opus 157) und Charles Tournemiere (Te Deum-Fantasie) dessen "Chant héroique" und "Le Soleil des Étoiles".
So makellos Möller die Werke spieltechnisch auch darstellte, so stieß er beim Instrument doch bald an die Grenzen des Machbaren. Die eher kühl und nüchtern gehaltene Orgel ist für derart emotionsstarke Musik nur sehr bedingt geeignet. Das zeigte sich besonders am fehlenden Schwellwerk, das mit seinen expressiven Möglichkeiten eine ganz andere Interpretation erlaubt. Selbst Hans-Dieter Möller bestätigt diese Auffassung, wodurch er aber die Qualität des Instrumentes nicht schmälern will. "Die Schuke-Orgel ist ein charakterstarkes, solides Instrument, ein Denkmal für die Zeit, in der es gebaut wurde. Für den imposanten Raum der Basilika würde ich mir eine zweite Orgel wünschen, die der Größe des Raumes und der exponierten Stellung der Kirche entspricht."

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