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02.04.2003
Kraftfutter für die Chorszene
Europäisches Zentrum für Chorkultur etabliert
TRIER. Europa wirft Schatten im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereich. In Trier gibt es seit zwei Jahren ein "Europäisches Zentrum für Chorkultur". Mit unterschiedlichen Projekten haben dessen künstlerischer Berater Martin Folz und Geschäftsführerin Carola Ehrt bereits von sich reden gemacht. Auch für 2003 haben sie sich einiges vorgenommen.
Ein "Europäisches Zentrum für Chorkultur" - das klingt nach einer monströsen Einrichtung mit unzähligen Abteilungen irgendwo in einer großen Kultur-Metropole. Tatsächlich ist es jedoch im Ursprung ein überschaubarer Zwei-Mann - oder besser - Ein-Mann-plus-eine-Frau-Betrieb und hat seinen Sitz mitten im Herzen Europas, wie die Trierer ihre Stadt gerne positionieren. Von der Sichelstraße aus leitet das beruflich wie privat verbundene Paar die Geschicke dieser für die Stadt Trier einzigartigen Institution.
Nach beruflicher Horizont-Erweiterung in Berlin hat sich der gebürtige Saarländer mit dieser speziellen Idee in seiner Wahlheimat Trier, in der er bereits vor seiner Zeit in der Hauptstadt lebte und arbeitete, mit Carola Ehrt selbstständig gemacht. Ehrt, die nach einem BWL-Studium zunächst in der Intendanz des Trierer Theaters und später in Berlin in einer Konzert-Agentur tätig war, ist für den freischaffenden Chor-Dirigenten die perfekte Ergänzung.
Dabei verstehen sich die beiden Kulturschaffenden keineswegs als Konkurrenz zur etablierten Trierer Chorszene. "Wir möchten vielmehr die hiesige Szene unterfüttern mit Zusatz-Angeboten", erklärt der 41-Jährige. Stimmbildung und weitere technische Perfektionierung gehören zum Konzept des Zentrums, vor allem aber geht es den beiden Machern um das Thema "Nachhaltigkeit". "Singen ist die eine Priorität, das inhaltliche Projekt dahinter die andere", erläutert Folz.
Projekte ganz unterschiedlicher Natur haben die beiden seit 2001 angestoßen. So studierten sie mit Kindern und Jugendlichen das Stück "Irgendwie anders" ein, mit dem sie vor allem an sozialen Brennpunkten und Behindertenheimen unterwegs waren. Kurzfristig von Folz zusammengestellte Projekt-Chöre beschäftigten sich während eines Zeitraumes von maximal drei Monaten mit einem bestimmten Thema wie "Tango" oder "Chansons de Paris". Zum Angebot zählt auch das Singen an Original-Schauplätzen - da, wo die jeweilige Musik entstanden ist. Das erste internationale Schul- und Jugendchortreffen ging gerade im Angela-Merici-Gymnasium erfolgreich über die Bühne.
Eines der aufwendigsten Projekte in diesem Jahr ist jedoch die Richard Wagner-Aufführung "Rienzi" während der Antikenfestspiele. Nach der erfolgreichen Opernproduktion "Orfeo" vor zwei Jahren hat das Europäische Zentrum für Chorkultur nun erneut den Auftrag erhalten, den Opernchor zusammenzustellen. "Das ist für uns die Herausforderung des Jahres", begeistert sich Folz und hofft, eine stimmgewaltige Truppe von 70 versierten Sängern etablieren zu können. Männer zwischen 40 und 50 Jahren haben bei Folz noch gute Chancen, "Anfänger können wir natürlich nicht berücksichtigen."
Interessenten wenden sich an Martin Folz unter Telefon 0651/1455575 oder schicken eine e-mail an carolaEhrt@eurochor.de
Susanne Windfuhr
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Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
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