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20.11.02 Hommage an Maurice Duruflé
TRIER. (gkl) Man würde Martin Bambauers Unterfangen nicht gerecht werden, wenn man sein Konzert als eine normale Ehrung des 1986 verstorbenen französischen Komponisten Maurice Duruflé abtäte. Was sich dem Publikum in der Konstantinbasilika bot, war mehr als nur ein Erinnern an einen Musiker. Bambauer gewährte einen Einblick in das innerste der Komponistenempfindungen und gab auch vieles seiner eigenen Emotionen preis.
Bambauer gestaltete das Programm nicht chronologisch, sondern baute einen Spannungsbogen auf, der mit Werken aus den 60er Jahren (Prélude sur l'introit de l'Épiphanie, Méditation und Hommage à Jean Gallon) begann und über das Opus 12, der Hommage an Jean Alain, dem Scherzo und der Suite seinen fulminanten Höhepunkt in Prélude, Adagio und Choralvariationen über "Veni creator" aus dem Jahre 1930 fand.
Der Organist Bambauer erwies sich in dem Konzert als ein ausgezeichneter Sachwalter der Tonsprache Duruflés. Seine technischen Fähigkeiten ermöglichten es ihm, sich ganz auf die inhaltlichen Werte der Kompositionen zu konzentrieren. Hier konnte er zeigen, wie intensiv er sich mit dem Jubilar auseinander gesetzt hatte. Nichts erschien zufällig. Jede Note, jede Registrierung war wohldurchdacht, hatte ihre Bedeutung und stand in einem größeren Kontext.
Natürlich blieb das Manko, dass die Basilikaorgel für die großen Werke des Nachmittags eigentlich zu klein war und sowohl das Schwellwerk als auch die fundamentalen Pedalregister entbehrte. Bambauer glich diesen Mangel durch äußerst geschickte Registrierungen aus. Dort, wo man üblicherweise als Zuhörer von alles erschütternder Klanggewalt überrollt wird, erlebte man in der Basilika eine charaktervolle Kraft, die das wesentliche der Komposition in den Vordergrund rückte.
Drei Dinge wurden bei diesem Konzert deutlich. Duruflés Kompositionen sollten auf Grund ihrer großen Substanz eine viel häufigere Beachtung finden; die Orgel der Basilika ist ein Instrument, in dem erheblich mehr steckt, als sie auf den ersten Blick preisgibt, und nicht zuletzt hat Trier mit Bambauer einen Kirchenmusiker, der mit seinen technischen und musikalischen Fähigkeiten in der Lage ist, seinem Publikum die große Bedeutung auch wenig bekannter Werke zu erschließen und zugänglich zu machen.
Gerhard Kluth
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Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
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