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Missgestimmt
Mario Duella beim 4. Orgelkonzert in der Konstantin-Basilika
TRIER. (gkl) Merkwürdige, verstimmte Klänge bis hin zur Katzenmusik bestimmten das vierte Orgelkonzert in der Konstantinbasilika. Das wenig profimäßige Verhalten des Solisten brachte den Abend an den Rand der Peinlichkeit.
Die Orgelkonzerte in der Konstantinbasilika haben sich einen guten Namen erworben, der immer wieder für beeindruckende Musikerlebnisse steht. Beeindruckend, aber leider im negativen Sinne, war in dieser Reihe der Abend mit dem Italiener Mario Duella. In seiner Vita wies er sich als Profi im Konzertgeschehen aus und erweckte damit Erwartungen, denen er nicht gerecht werden konnte.
Über die Schwächen in der ersten Hälfte des Konzertes ( Bachs Präludium und Fuge g-Moll, BWV 535 und Czernys Präludium und Fuge a-Moll opus 60) mag man noch hinweg sehen. Nicht jeder Vortrag muss musikalisch Aufsehen erregend und technisch brillant sein. Schon hier mischten sich aber Klänge in seine Vorträge, die etwas merkwürdig waren. Offensichtlich hatte die Orgel einige Probleme mit der Stimmung.
Den Höhepunkt erlebten die Zuhörer in Louis Viernes Menuet aus der vierten Symphonie, als Duella für die Solostimme die völlig unbrauchbare Oboe verwendete. Einzelne Töne waren so verstimmt, dass sie bis zu einer Quinte neben dem eigentlichen Ton lagen. Nach geraumer Zeit bemerkte auch Duella, was er seinem Publikum zumutete, brach ab und bot an, dass man das Register kurz bestimmen könne. Da er aber niemanden fand, der ihm bei seinem Vorhaben half, registrierte er die Orgel um, indem er statt der Oboe eine wohlklingende Flöte für die Solostimme verwendete.
Was bis hierher vielleicht noch für einige Erheiterung gesorgt hätte, fand aber leider seine Fortsetzung, die in den Bereich der Zumutung ging. In den beiden folgenden Kompositionen (das Finale aus Charles Marie Widors vierter Symphonie und Giovanni Morandis Einleitung, Thema mit Variationen und Finale) sah sich Duella nicht bemüßigt, den klanglichen Störenfried abzuschalten, sondern benutzte ihn weiter als Solostimme und im Tutti der Orgel.
Für den Höflichkeitsapplaus bedankte sich Duella dann mit zwei Zugaben, wovon die zweite der Triumphmarsch aus Verdis Aida war, gespielt mit Oboe.
Gerhard Kluth
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Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
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