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Moderne Fresken im Dom | Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz |
Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom |
Fotogalerie Trierer Domorgel |
Die Legende berichtet, daß
Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, dem Trierer Bischof Agritius ihren
Palast zum Geschenk machte. Der Bischof ließ das kaiserliche Wohnhaus
zu einer Kathedrale umbauen.
Die alte Überlieferung
wurde lange als frommer Bericht eingestuft, bis bei Ausgrabungen Bruchstücke
prunkvoller Deckenmalereien zutage kamen. Damit haben sich die Berichte
zumindest in ihrer Kernaussage bewahrheitet, wonach dem Dom ein imperialer
Palast vorausging.
Die Ursprünge der Trierer
Bischofskirche reichen bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zurück.
Unter Kaiser Konstantin dem Großen (306-337) wurde mit dem Bau einer
Doppelkirchenanlage begonnen. Die ältere Südkirche erhielt ihre
vorerst endgültige Form Mitte des 4. Jahrhunderts. Nach Restaurierungen
und Erweiterungen im 10. Jahrhundert wurde die Südbau abgebrochen
und durch die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute gotische
Liebfrauenkirche ersetzt. Die Nordkirche überdauerte dagegen die Jahrhunderte
und geht in weiten Teilen im heutigen Dom auf. Teile des römischen
Baus haben sich bis in die heutige Zeit - stellenweise bis zu einer Mauerhöhe
von 25 Metern - erhalten.
Der Bau der Nordkirche, des
heutigen Domes wird in den 30er Jahren des 4. Jahrhunderts begonnen. Der
mächtige Ostteil wurde unter Kaiser Gratian (375-383) vollendet. Dieser
sogenannte Quadratbau mit einer Seitenlänge von 41,5 Metern war als
flachgedeckte Halle konzipiert. Den Innenraum unterteilten vier 12,50 Meter
hohe monolithische Granitsäulen in neun Raumsegmente. Im Vierungsquadrat
befand sich auf einem Podest ein zwölfeckiger Bau, dessen Funktion
bisher unbekannt ist.
Mit dem Beginn der Völkerwanderung
Ende des 4. Jahrhunderts wurde Trier mehrfach zum Schauplatz kriegerischer
Auseinandersetzungen. Der Dom wurde in dieser Zeit erheblich beschädigt,
ein Brand führte zum Bersten der Granitsäulen, die aufliegenden
Schwibbögen fielen herab. Fast hundert Jahre blieb der Bau Ruine.
Erst unter Bischof Niketius (525-566) kam es zur Instandsetzung der Kirche.
Die Granitsäulen ersetzte man durch Kalksteinsäulen, die Bögen
wurden neu eingezogen.
Bei der Eroberung Triers
durch die Normannen im Jahre 882 wurde der Dom wohl wieder schwer beschädigt.
Unter Erzbischof Egbert (977-993) begann man mit der Renovierung des Gotteshauses.
989/990 wurden die nördlichen Säulen mit kreuzförmigen Pfeilern
ummantelt. Die Südostsäule folgte, nur der Südwestpfeiler
wurde wegen des Sturzes der dortigen Säule komplett erneuert. Die
nach Egberts Tod ins Stocken geratenen Instandsetzungsarbeiten wurden unter
Poppo von Babenberg (1016-1047) fortgesetzt und im Jahr 1037 abgeschlossen.
Ab 1037 erfuhr der Dom durch
den Neubau des Langhauses eine bedeutende Erweiterung nach Westen. Dabei
orientierte man sich an der Disposition des römischen Quadratbaus.
Dem quadratischen Raum gab man eine Längsausrichtung indem man ihn
um zwei Joche nach den römischen Maßen erweiterte, so dass ein
für mittelalterliche Kathedralen ungewöhnlicher fünfjochiger
Raum entstand, in dem kurze und lange Joche abwechseln. Das Langhaus fand
im Westen seinen Abschluß in einem monumentalen Westbau. Mit der
Fertigstellung des Südwestturmes wurde die Westerweiterung 1075 beendet.
Die über 50 Meter breite
Westfassade wird beherrscht von einer mächtigen Apside, flankiert
von zwei hohen Portalnischen, seitlich gefaßt durch runde Treppentürme.
Aus dem Massiv wachsen zwei quadratische Türme empor. Aufgelockert
wird die Masse durch zwei übereinanderliegende, aus der Mauerdicke
ausgesparte Laufgänge, die sich in Rundbogen zum Vorplatz hin öffnen.
Ein System von Gesimsen und Pilastern gliedert die Flächen in fast
klassischer Weise.
Bis ins 12. Jahrhundert bildete
die flache Wand des römischen Quadratbaus den östlichen Abschluß
des Domes. Erst unter Erzbischof Hillin (1152-1169) mit dem Anbau des Ostchors
und der erst um 1400 vollendeten Chorflankentürme begonnen. Die Arbeiten
am Ostchor selbst wurden mit der Weihe des Hochaltars am 1. Mai 1196 abgeschlossen.
Dabei wurde der Heilige Rock, das Gewand Christi vom Westchor in den Ostchor
übertragen.
Unter Erzbischof Theoderich
(1212-1243) entschloß man sich, dem Vorbild des Ostchores folgend
auch den übrigen bis dato flachgedeckten Teil des Domes einzuwölben.
Eine besondere Herausforderung boten dabei die unterschiedlich langen Joche
wie auch die ungewöhnliche Breite des Mittelschiffs (16 Meter).
Im Zusammenhang mit dem Bau
der Liebfrauenkirche wurde Mitte des 13. Jahrhunderts ein neuer Kreuzgang
errichtet. Von dem romanischen Vorgängerbau blieben lediglich zwei
Säle erhalten.
Im 16. Jahrhundert erhielt
die Westfassade ihre charakteristische asymmetrische Form. Erzbischof Richard
von Greifenklau (1511-1533) ließ den südlichen Westturm um ein
spätgotisches Geschoß erhöhen. Das Aufstocken war möglicherweise
die Antwort auf den die Domtürme überragenden Turm der Bürgerkirche
St. Gangolf.
Seit alters her wird das
Gewand Christi, der "Heilige Rock" in der Trierer Kathedrale aufbewahrt.
Um dieser Reliquie einen angemessenen Aufbewahrungsort zu verschaffen,
beauftragte Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck (1676-1711) den Frankfurter
Bildhauer und Architekten Johann Wolfgang Fröhlicher im Jahr 1687
mit dem Bau der Heiltumskammer (Heilig-Rock-Kapelle). Der barocke Zentralbau
setzt am Scheitel des Ostchors an, seine Fassade zeigt sich im Inneren
des Domes.
Ein Dombrand im Jahre 1717
war Anlaß zur barocken Umgestaltung der Trierer Kathedrale durch
den Baumeister Johann Georg Judas. Eines der Ziele des Umbaus war die Schaffung
besserer Lichtverhältnisse. Dazu wurden die Außenmauern teilweise
abgebrochen und Fensterwände auf den Seitenschiffgewölben eingezogen.
Überdies ergänzte Judas die bis dahin querschifflose Basilika
um ein fluchtendes Querhaus.
Nach einer mit gründlichen
archäologischen Untersuchungen verbundenen Instandsetzung des Bauwerks
durch Nikolaus von Wilmowsky Mitte des 19. Jahrhunderts kam es um 1900
zu einer weiteren umfassenden Domrenovierung. Insbesondere barocke Ergänzungen
wurden beseitigt, eine radikale Zerstörung aller nachmittelalterlichen
Bauelemente konnte jedoch vermieden werden. 1900/01 wird nach den Plänen
von Dombaumeister Wilhelm Schmitz zwischen Kreuzgang und südlichem
Querhaus eine neugotische Sakristei errichtet.
Statische Schäden, insbesondere
ausgelöst durch Fundamentschäden machten eine erneute Renovierung
in den Jahren 1968-1974 nötig. Die Planung wurde den Architekten Nikolaus
Rosiny und Gottfried Böhm übertragen. Der Einbau eines "unsichtbaren"
statischen Sicherungssystems und die Versteifung der Westtürme gaben
dem Dom sein statisches Gleichgewicht wieder zurück. Der Innenraum
wurde den Anforderungen des II. Vatikanischen Konzils entsprechend neu
gestaltet. Das gesamte Inventar blieb erhalten und wurde aufwendig restauriert.
Der Trierer Dom hat drei
Krypten, Ost- und Westkrypta sowie die Mittelkrypta, die unter der Vierung
liegt. Dieser dem Hl. Maternus geweihte dreischiffige Bau ist die älteste
der Krypten: 1037 geweiht.Im 13. Jahrhundert schüttete man sie wieder
zu. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit ihrer Rekonstruktion.
Die Westkrypta, dem Hl. Blasius
geweiht, wurde um 1100 gebaut. Ähnlich wie im römischen Quadratbau
unterteilen vier Säulen den Raum. Die somit dreimal drei Joche große
kreuzgratgewölbte Halle wurde erst nachträglich unter der Westapsis
eingebaut, war aber von Anfang an geplant. Zur Weihe des Westchors 1121
war die Krypta fertiggestellt.
Die dreischiffige Ostkrypta
wurde zusammen mit dem Ostchor erbaut. Im Jahr 1196 waren die Arbeiten
abgeschlossen, die Altarweihe fand gegen Ende jenes Jahres statt. Die dreischiffige,
weiträumige Halle wurde nach Wiederherstellung der Mittelkrypta durch
zwei Durchgänge mit dieser verbunden.
Edith Hein
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