Frühere Orgelbauer in der Region - Orgelpunkt Trier: Orgel- und Chor Musik an Dom und Konstantin - Basilika. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 31.05.2009 11:04:41

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Frühere Orgelbauer in der Region
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Claus – Orgelbauer in Cochem, Lieser und Graach

Eine über mehrere Generationen hin tätige Orgelbauerfamilie sind die Orgelbauer Claus. Dass diese Orgelbauer kaum bekannt sind, liegt wohl an der geringen Zahl der noch vorhandenen Orgeln. Außerdem führten diese in vier Generationen tätige Orgelbauer meist nur Reparatur- und Umbauarbeiten aus. So sind zur Zeit nur drei mögliche Orgelneubauten nachweisbar. Im Jahre 1751 baute Theodor Claus aus Cochem eine neue Orgel für die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa in Driesch. Orgel von Driesch Nach mehreren Umbauten hat diese Orgel heute 10 Register mit angehängtem Pedal.

1756 baute er ein Orgelwerk für die Jesuitenkirche in Hadamar/Westerwald. Das barocke Gehäuse wurde von einem ortsansässigen Schreiner gefertigt und ist noch erhalten. Eine dritte Claus-Orgel stand ab 1760 in Mehren, Kreis Daun. Das barocke Gehäuse ist hier ebenfalls erhalten.

Die Arbeiten des Theodor Claus werden mehrmals mit Orgeln des Balthasar König in Verbindung gebracht. Eine andere Querverbindung besteht zur Werkstatt Stumm, wo Claus als Mitarbeiter oder gar als Schüler genannt wird. Allerdings handelt es sich immer nur um Angaben in Sekundärquellen, weshalb auch die weitere, intensivere Erforschung der Quellen notwendig wäre.

Der allererste Hinweis auf diesen Johann Theodor ist fällt in das Jahr 1730, als seine Frau Maria Marci einen Sohn namens Franz Anton in Cochem zur Welt bringt. Die beiden bekommen noch mindestens sieben weitere Kinder, die aber meist früh sterben. 1763 heiratet Theodor Claus ein zweites Mal. Seine Frau Wilhelmine Wirz stammt aus Driesch. Nach deren Tod findet 1772 eine dritte Hochzeit des "Organisten und Cochemer Bürgers Theodor Claus" mit der "ehrbaren Jungfrau" Elisabeth Berning aus Cöln statt. Vermutlich um 1777 stirbt Theodor Claus. Sein ältester Sohn Franz Anton heiratet Margarethe Thiesen, und wird wie sein Vater in den Kirchenbüchern meist als Organist oder Orgelspieler bezeichnet. Der Orgelbau war also eine Art Zweitbeschäftigung, vielleicht sogar nur eine Nebenbeschäftigung. Um 1759 bis 1761 lebt Franz Claus in Alflen, wo sein Vater Theodor 1750 oder schon 1743 die Orgel umbaute. Zwischen 1765 und 1774 erscheint er mehrmals im Taufregister des Stiftes Karden als Pate und wird dort als Organist in Karden angegeben. Die dortige Stummorgel von 1728 war von ihm bereits 1763 um zwei Zungenregister erweitertet worden.

Weitere Umbauarbeiten von Theodor und Franz Claus:

  • 1749/1769 König Orgel in Wollmerath
  • 1740 Alflen
  • 1751 Driesch (Schüler und Mitarbeiter bei Stumm, vermutlich Neubau oder Umbau einer älteren König-Orgel)
  • 1754 Niederwerth
  • 1754 Trier-St. Gangolph
  • 1754/1761 Enkirch (Mitarbeit bei Stumm)
  • 1756 Hadamar/Westerwald (Übertragung eines älteren Werkes von Orgelbauer Riss, Boppard aus ULF Koblenz oder Neubau?)
  • 1780 Dockweiler (möglicherweise Neubau)

Zunächst enden hier die Nachweise über die Orgelbautätigkeit der Familie. Der älteste Sohn von Franz Anton stirbt 1834 als Bettler. Dessen Sohn Peter Josef (geb. 26.2.1794) ist mit großer Wahrscheinlichkeit der spätere Orgelbauer Peter Josef Claus in Lieser, der wiederum zusammen mit seinem Sohn Johann Josef Claus / Klaus (1815-1863) ausschließlich Umbauten und Reparaturen durchführt:

  • 1831 Nachtsheim
  • 1834 Wittlich (Erwähnung: "...schenke man dem Orgelmacher aus Lieser nicht Zutrauen genug ...")
  • 1835 Simmern
  • 1837 Kyllburg
  • 1839 Oberwesel
  • 1843 Wittlich (Angebote)
  • 1841 Piesport ("...beinahe ganz neu...")
  • 1847 Kleinich: Reparatur der Balganlage und Reinigung
  • 1853 Herren-Sulzbach
  • 1855 Kyllburg
  • 1857 Rachtig
  • 1880 Quintin – Notre Dame (? / Bretagne)

Die Orgel in der Basilika zu Quintin kam 1880 in diese französische Kleinstadt in der Bretagne. Sie hatte zuvor im Ursulinenkloster in Trier gestanden, das in der Zeit des Kulturkampfes aufgelöst wurde. Die Kirche der Ursulinen war ursprünglich die des Bantusseminars, wo die Sänger und Scholaren des Doms ausgebildet wurden.

Reinhold Schneck



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