Bestürzung und Trauer über den plötzlichen Tod eines großen Musikers
Luxemburg. 19 Jahre lang war er der Organist der Kathedrale von Luxemburg, daneben Leiter des Chores „Madrigal de Luxembourg“ und vielgefragter Sachverständiger für den Orgelbau, nicht nur in der Erzdiözese sondern im ganzen Herzogtum. Die Rede ist von Carlo Hommel, der sich auch in der Region Trier als Konzertorganist und als Jurymitglied beim Hermann Schroeder Wettbewerb einen Namen gemacht hat. Ganz überraschend ist Hommel am Mittwochabend im Alter von nur 52 Jahren verstorben.
Seine kirchenmusikalische Laufbahn begann Hommel als 12jähriger in seinem Heimatort Bissen in Luxemburg. 1975 erhielt er eine Assistentenstelle am Königlichen Konservatorium Lüttich und Brüssel, bis er 1987 die Nachfolge von Albert Leblanc an der Luxemburger Kathedrale antrat. Über 60 Instrumente sind unter seiner sachverständigen Leitung gebaut worden, wobei die Krönung dieses Tätigkeitsfeldes die große neue Orgel der Bischofskirche sein dürfte. Eine besondere Vorliebe hatte Hommel für den gregorianischen Choral, den er auch in seinen Orgelkonzerten immer wieder pflegte, wie man es etwa bei seinem letzten Konzert in der Trierer Konstantinbasilika erleben konnte, als er in Dietrich Buxtehudes „Magnificat“ vom Spieltisch aus zwischen die einzelnen Orgelversetten die entsprechenden Choralabschnitte hineinsang.
Der plötzliche Tod des engagierten und lebensfrohen Musikers, der auch wegen seiner ruhigen Art und seines ganz eigenen Humors sehr geschätzt wurde, hat nicht nur in Kirchenmusikerkreisen Bestürzung ausgelöst. In Sprachlosigkeit und tiefer Trauer gedenkt man dem Musiker, der noch einen randvollen Terminkalender hatte, der die Menschen noch in etlichen Konzerten seine Vorstellung von Orgelmusik nahe bringen wollte.
Im Umgang mit seinen Mitmenschen war er konziliant, konnte aber, wenn es um eine Sache ging, von der er überzeugt war, eisern bleiben, auch ohne Rücksicht auf seine Person oder die für ihn erwachsende Reputation. Man erinnere sich nur an den Bau der Orgel in der neuen Philharmonie Luxemburg, bei der er selbstverständlich im Sachverständigengremium saß. Es gab Punkte an diesem Projekt, die ihm nicht gefielen und die er ganz klar aufzeigte. Als man seine Einwände nicht berücksichtigte, hat er sich zurückgezogen. Hommel war auch ein Visionär, ein Mensch mit Ideen, die er zielstrebig verfolgte. Mit ihm verliert nicht nur Luxemburg sondern die ganze Musikwelt einen Menschen, der viel bewegt hat und noch viel bewegen wollte.
Die Beisetzung mit anschließendem Requiem findet am Samstag, den 11. März um 15 Uhr in Hommels Wohnort Bissen in Luxemburg statt. Am Samstag, den 18. März, wird, wie die Pressestelle der Erzdiözese mitteilte, unter Zelebration des Luxemburger Erzbischofs, Mgr. Fernand Franck, in der Kathedrale ein Gedenkgottesdienst gefeiert.
Gerhard W. Kluth