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29.08.02 TRIER. (gkl) Ein herausragender Musiker beschloss die Reihe der Orgelkonzerte in der Konstantin-Basilika. David Briggs, ehemaliger Kathedralorganist der englischen Stadt Gloucester, begeisterte das Publikum.
Zum Finalkonzert des Orgelzyklus in der Konstantin-Basilika war David Briggs, ein international renommierter Organist, an die Mosel gekommen. Bis zum April dieses Jahres spielte er in der Kathedrale der Trierer Partnerstadt Gloucester. Gleich zu Beginn des Konzertes stellte Briggs klar: Langweilig wird dieser Abend nicht werden. Mit der "Etude Symphonique" des italienischen Romantikers Marco Enrico Bossi ließ er schon mit den ersten Takten ein virtuoses Feuerwerk los, wie es eindrucksvoller nicht hätte sein können. Hier war ein Techniker am Werk, der wusste, wie man sein Publikum begeistert. Aber auch die Musikalität, die man bei großen Virtuosen häufig vermisst, kam bei Briggs etwa in César Francks "Pièce héroique" oder auch in Maurice Ravels zweiter Orchestersuite für das Ballett Daphnis et Chloe (in Briggs eigener Orgelfassung) nicht zu kurz.
Der letzte Abend der Jubiläumskonzertreihe zeichnete sich aber nicht nur dadurch aus, dass hier ein noch recht junger herausragender Musiker auf der Orgelbank saß. Auffallend war, dass Briggs sein Spiel vollständig auf das Instrument einrichtete. Er lotete die klanglichen Möglichkeiten der Orgel bis auf den Grund aus und bescherte seinen sehr zahlreichen Zuhörern ein musikalisches Erlebnis, wie man es leider nicht häufig hat.
Manch einer wird sich gefragt haben, ob es wirklich die nicht gerade große Basilika-Orgel ist, die dort erklang. Briggs führte gewissermaßen einen Dialog mit der Orgel. Er zwang ihr nicht seine Vorstellungen auf, sondern erforschte die in ihr steckenden Klangmöglichkeiten mit dem Ergebnis, dass die Zuhörer von einer Überraschung in die nächste geführt wurden. Er erwies sich als Organist, der den vom Erbauer in die Orgel hineingelegten Charakter zu ergründen sucht und diesen dann voll und ganz zur Entfaltung bringen kann.
Dass Briggs daneben auch noch über vielfältige eigene musikalische Ideen verfügt, zeigte er mit einer fünfteiligen improvisierten Suite, mit der er sein Programm beschloss. Die Themen ließ er sich in einer kurzen Pause vom Publikum geben. Die Folge war ein Prélude auf der Basis von Edward Elgars "Land of hope and glory", ein Andante cantabile, in dem immer wieder Toccata und Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach aufleuchtete sowie ein zum Scherzo veränderter "Bolero" von Maurice Ravel. Den vierten Satz bildete ein Adagio, in dem der Kuckuck vorwiegend in Moll aus dem Wald rief, bevor Briggs mit verschiedenen, sehr virtuosen, aber auch inhaltsreichen Variationen über "Veni creator spiritus" die Suite beendete.
Mit diesem Konzert fand der Orgelzyklus einen Abschluss, wie er besser nicht hätte sein können. Gleichzeitig hinterließ Briggs eine exquisite Empfehlung für sein Konzert am 8. September in der Abteikirche Himmerod, mit dem die dortige Festwoche, ebenfalls zum 40-jährigen Jubiläum der Orgel, eröffnen wird.
Gerhard Kluth
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