Die röische Wasserorgel - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 09.03.2011 19:55:44

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Die röische Wasserorgel

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"UNTER EINEM VERSIERTEN SPIELER BRINGT SIE KLÄNGE IN MANNIGFACH WECHSELNDEN MELODIEN HERVOR"

Dies sagt der römische Architekt und Ingenieur Vitruv von der Orgel. Die erste wurde von dem Griechen Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr. gebaut. Das Instrument wurde damals als Hydraulus ("Wasserflöte") bezeichnet, weil die für die Pfeifen benötigte Luft durch Wasserdruck verdichtet wurde. Aus römischer Zeit kennen wir Bronzeteile einer solchen Orgel, die in Budapest gefunden wurde. Von dem Hydraulus existieren zahlreiche Darstellungen, so auch ein Mosaik aus dem 3 Jahrhundert n . Chr aus Nennig an der Mosel. 
Die auf dem Mosaik abgebildeten, meist blutigen "Spiele" im Trierer Amphitheater wurden von einem Orgelspieler und einem Hornisten begleitet. Zu sehen sind außer den 30 Pfeifen die beiden Pumpenzylinder an den Seiten, aber leider nicht der Spieltisch mit den Tasten und den Registerzügen.

Klicken Sie für eine vergrößerte Darstellung auf das Bild.

Seit dem 4. Jahrhundert wurde die Wasserkraft zunehmend durch einen Blasebalg ersetzt, eine "rindslederne Höhlung", wie Julian (römischer Kaiser von 360 bis 363) in einem Gedicht schreibt. Dessen letzte Zeilen lauten:
 


Und ein kundiger Spieler, hat er nur eilige Finger,
handhabt stehend die hilfreiche Lade zum Wind für die Pfeifen.
Die aber bringen hervor im Wechsel melodische Weisen.


 


Daß dieses Instrument ("Organum") bei den von den Christen verdammten Spielen erklang, wird ein Grund für die ursprüngliche Abneigung gegen die Verwendung im Gottesdienst gewesen sein, obwohl es im Zeremoniell auch der christlichen römischen Kaiser erklang. 
Als Kircheninstrument setzte sich die Orgel im Westen Europas erst im frühen Mittelalter (in den Ostkirchen bis heute nicht) durch.
 
 

Quellen:  Vitruv, Über Architektur, Band 10, Kapitel 8; Julian, Epigramm 2.

Wolfgang Binsfeld



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