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Eine wahnsinns Fleißarbeit
Wer kennt nicht das Problem: man geht in ein Orgelkonzert und hört das Werk eines völlig unbekannten Komponisten. Natürlich kommen, so einem das Stück gefallen hat, die Fragen auf, wann der Meister gelebt hat, wo und vor allem, ob er noch mehr geschrieben hat. Oder man hat ein Notenheft entdeckt, in dem sich von eben genannten Meister ein Werk befindet und man möchte unbedingt wissen, ob es von diesem Tonsetzer noch mehr "spielbares" gibt.
Diese Problematik kann jetzt ein Ende haben, Dank sei Klaus Beckmann. Er hat sich die, man kann es nicht anders bezeichnen, Wahnsinnsarbeit gemacht, eine Auflistung aller Orgelwerke von 1150 bis 2000 zu verfassen. Auf 1064 Seiten findet man, fein säuberlich nach Ländern sortiert, alles Bekannte und vor allem auch unbekannte, was man auf der Orgel in Klang umsetzen kann.
In den einzelnen Artikeln findet man den Namen des Komponisten, inklusive eventuell bekannter, alternativer Schreibweisen und eine, auf das allernotwendigste beschränkte Kurzbiographie. Diese enthält die Lebensdaten, Geburts- und Studienorte, sowie die wichtigsten Orte der beruflichen Tätigkeiten des Komponisten. Es folgt der Werkkatalog, in dem Beckmann alle Kompositionen, soweit es ihm möglich ist, in chronologischer Reihenfolge auflistet. Außerdem fügt er eine Charakterisierung an, in der der Titel, die Tonart, die Opusnummer, das Entstehungsjahr und auch das Jahr der Drucklegung vermeldet werden. Herausgeber und, soweit es der Fall ist, die Sammelpublikation, in der das Werk zu finden ist, werden ebenso angegeben, wie der Erscheinungsort und der Verlag.
In der Einleitung schreibt Beckmann, der sich ja selbst als Herausgeber unzähliger Orgelwerke einen bedeutenden Namen gemacht hat: "Das Repertorium lässt sich nicht nur als Findbuch für einzelne Komponistinnen bzw. Komponisten und ihre Werke, sondern auch als ein Lese- und Studienbuch im Hinblick auf die historische Entwicklung der Orgelmusik nutzen."
Beckmann geht aber noch weiter und fügt dem ersten Band noch einen zweiten, wenngleich erheblich kleineren an. Auf 220 Seiten listet er im selben minutiösen Aufwand wie bei Band I alle Kompositionen für Orgel + auf. Er beschränkt sich dabei nicht auf die herkömmlich bekannten Werke etwa für Orgel + Trompete oder Orgel + Oboe. Eine eigener Bereich befasst sich ausführlich mit Kompositionen für Orgel + Tanz oder visuelle Medien oder was es sonst noch für Kombinationsmöglichkeiten, die freilich auch aus dem experimentellen Bereich herrühren, geben mag.
Mit dem "Repertorium Orgelmusik" gibt Beckmann dem Orgelinteressierten, ganz gleich, ob Laie oder Profi, ein Kompendium an die Hand, wie man kein Zweites findet. Eine Fleißarbeit, deren Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Klaus Beckmann
Klaus Beckmann
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