![]() |
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
Orgelpunkt durchsuchen:
|
 
Anklopfen ans Höllentor
Trier erlebt dritte Orgelnacht Veranstaltung ausverkauft
TRIER. (gkl) Zum dritten Mal erlebte Trier eine Orgelnacht. An vier verschiedenen Orten
erwiesen Musiker der Königin der Instrumente ihre Referenz. Die Besucher der ausverkauften
Veranstaltung erlebten einen dramaturgisch geschlossenen Abend, der im Dom ein furioses
Finale fand.
So vielfältig wie das Instrument selber, so vielfältig gestaltete sich auch die Nacht, in der sich
alles um die Orgel drehte. Die Veranstaltung war bereits fürs vergangene Jahr geplant, fiel
jedoch wegen der Ereignisse des 11. Septembers aus. In Zusammenarbeit stellten die
Orgelfreunde der Trierer Pfarrei St. Martin, das Kulturbüro, die internationalen
Orgelfestwochen Rheinland-Pfalz und die Mosel-Festwochen den Abend auf die Beine.
An vier Orten lief die gut fünfstündige Erlebnistour durch die Trierer Orgelwelt ab. Den Anfang
machte eine Bootsfahrt von Zurlauben zum Stadtteil Pfalzel. Die beiden Kirchenmusiker Thomas
Haubrich (Harmonium) und Alfred Müller-Kranich (Klavier) interpretierten in diesem
ungewöhnlichen "Konzertraum" auf einem Kunstharmonium und einem E-Piano Werke von
César Franck und Sigfrid Karg-Elert.
Für manchen Orgelfreund war es sicherlich eine ganz neue Erfahrung, diese tiefromantischen
Klänge kennen zu lernen.
Die Pfalzeler Stiftskirche war die nächste Station, in der Johannes Mayr aus Stuttgart seine
Zuhörer unter dem Titel "Gewitter und Hirtenwonne" zu einer musikalischen Landpartie
entführte: Leichte, beschwingte Kost bot Mayr seinem Publikum.
In freier Improvisation bemühte sich Mayr, das Bild eines aufziehenden, gewaltigen Unwetters
mit Donnerschlag und windgepeitschten Regenböen für das gebannt lauschende Publikum
nachzuzeichnen.
Wechsel in ernstes Fach
Die Rückfahrt auf der Mosel gestalteten Haubrich und Müller-Kranich mit Musik aus dem
Unterhaltungsbereich. Etwa mit "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß oder mit
Melodien von George Gershwin, bevor es in der Pfarrkirche St. Martin in ein sehr ernstes Fach
wechselte.
An der Klaisorgel aus dem Jahr 1931 saß der Konzer Kirchenmusiker Karl-Ludwig Kreutz, der
zu dem 1921 entstandenen Stummfilm "Der Galiläer" improvisierte. Kreutz schaffte es,
innerhalb kürzester Zeit sein Publikum gefangen zu nehmen und alle Sinne auf das Geschehen
auf der großen Leinwand zu konzentrieren.
In hervorragender Weise unterstützte Karl-Ludwig Kreutz musikalisch die Handlung der
Christusverfilmung. Im Dom fand die Orgelnacht schließlich ihr beeindruckendes Finale. Hier
waren Domorganist Josef Still und der Solo-Pauker des Pfalztheaters Kaiserslautern, Marcus
Walder, die Akteure, die manchem Zuhörer Schauer über den Rücken laufen ließen. Den
Anfang machte eine Bearbeitung von Claude Debussys "Versunkener Kathedrale" durch
Generalmusikdirektor István Dénes.
War die Orgelnacht bis zu diesem Zeitpunkt bereits geprägt von einem großen
Spannungsbogen, so erfuhr der Abend beim Finale abermals eine Steigerung.
Domorganist Josef Still wusste natürlich um die expressiven Möglichkeiten seines
Instrumentes. Walder erwies sich an seinem umfangreichen Instrumentarium, das vor dem
Altar des Domes aufgebaut war, als ein virtuoser und technisch versierter Schlagzeuger. Die
gewaltige Akustik des Doms steuerte eine beinahe beängstigende Untermalung bei.
So hatte man beim Schlussstück des Konzertes, Harald Genzmers "Konzert für Schlagzeug
und Orgel" stellenweise den Eindruck, als öffneten sich die Pforten der Hölle. Ein furioses
Finale für einen Abend, der in jedem Einzelsegment überzeugte und sich in seiner Gesamtheit
als ein über die Region hinaus außergewöhnliches Konzert-Ereignis abhebt.
Gerhard Kluth
Besuchen Sie unsere Sponsoren: Musikhaus Kessler
Bischöfliche Weingüter
|
|
Mit freundlicher Genehmigung aus dem Trierischen Volksfreund:
. |
Zum Seitenanfang Diese Seite drucken |
|
|